Basketball

LGCY: Schröders vier Buchstaben enthüllen alles?

Erst Berlin, dann München: Dennis Schröder startet seine neue Basketball-Show – und stellt plötzlich alles auf den Kopf.

23.07.2026, 10:29 Uhr

Dennis Schröder hat auf den großen Basketball-Bühnen schon fast alles erlebt: ein WM-Finale in Manila, ein EM-Endspiel in Riga und bedeutende NBA-Playoffspiele quer durch die USA. Für den 32 Jahre alten Profi der Cleveland Cavaliers gibt es nur noch selten echte Premieren. Genau so eine steht ihm nun jedoch bevor.

Am Samstag startet Schröder gemeinsam mit Nationalspielern wie Franz Wagner, Andreas Obst und Isaac Bonga ein neues Basketball-Format, das sich an erfolgreichen Fußball-Projekten orientiert. Während Gerard Piqué mit der Kings League, Mats Hummels mit der Baller League und Toni Kroos mit der Icon League bereits ähnliche Wege eingeschlagen haben, soll dieses Konzept nun auch im Basketball Fuß fassen.

Start von „LGCY“ in Berlin

Das Projekt trägt den Namen „LGCY“, abgeleitet vom englischen Wort „Legacy“. Die Auftaktveranstaltung steigt am Samstag in der Uber Eats Music Hall in Berlin vor 2.000 Fans; die Arena ist laut Veranstaltern ausverkauft. Ein weiteres Event ist für den 9. August in München geplant. Dazwischen soll in der kommenden Woche noch ein Streetball-Termin in Schröders Heimatstadt Braunschweig stattfinden.

Worum es bei „LGCY“ geht

Schröder, Wagner, Obst und Bonga haben ihre Teilnahme zugesagt und treten jeweils mit eigenen Teams an. Viele Einzelheiten zum Ablauf wurden erst kurz vor dem ersten Termin bekanntgegeben.

Hinter der Serie steht ein Gründerteam um Basketball-Funktionär Philipp Dembowski, Rapper Jalil Berkholz und Yoran Henzler, der bereits für Toni Kroos und die Icon League gearbeitet hat. Anders als bei vergleichbaren Fußballformaten liegt der Fokus hier nicht auf Ex-Profis oder Hobbyspielern, sondern bewusst auf aktiven Basketball-Profis.

Basketball-EM - Deutschland Pressekonferenz
Der Berliner Franz Wagner ist in seiner Heimat dabei. (Archivbild) Quelle: Matthias Stickel/dpa

Deshalb ist „LGCY“ zunächst als Sommer-Eventreihe geplant. In den nächsten Jahren könnte die Terminfindung allerdings schwieriger werden, weil mit der WM 2027 in Katar und den Olympischen Spielen 2028 in Los Angeles bereits große Turniere im Kalender stehen. In diesem Sommer ist die Umsetzung noch deutlich einfacher.

Schröders Ziel: junge Fans erreichen

Für Schröder steht vor allem im Mittelpunkt, ein jüngeres Publikum für Basketball zu begeistern. Neue Regeln, ein schnelleres Spiel und eine engere Verbindung zu Musik und Popkultur sollen das Format attraktiver machen. In einem Instagram-Beitrag wirbt die Serie mit dem Satz: „Das Spiel neu definieren. Dennis Schröder bricht die Regeln.“

Sogar Shaquille O’Neal wurde für ein kurzes Grußwort gewonnen. Der vierfache NBA-Champion bezeichnete die Legacy Series als „die Zukunft des Basketballs“, ohne jedoch konkreter zu werden. O’Neal zählt in den USA zu den bekanntesten TV-Experten für Basketball.

Ergänzung zur Bundesliga oder neue Konkurrenz?

Sowohl die Basketball Bundesliga als auch der Deutsche Basketball Bund beobachten das privat organisierte Projekt zunächst aus der Distanz. BBL-Geschäftsführer Stefan Holz sieht die Entwicklung grundsätzlich positiv. Gegenüber der Deutschen Presse-Agentur sagte er, das gesamte Basketball-Ökosystem wachse derzeit und es werde viel ausprobiert. Das sei im Kern ein gutes Zeichen.

Gerade Elemente, die vor allem junge Zuschauer ansprechen, könnten auch für die Bundesliga interessant sein. Denn obwohl Deutschlands Nationalmannschaft mit Erfolgen bei WM und EM überrascht hat, tut sich die BBL weiterhin schwer, sich im stark umkämpften deutschen Sportmarkt dauerhaft mehr Raum zu verschaffen.

Die Spiele von „LGCY“ werden beim Pay-TV-Sender Dyn übertragen. Darüber hinaus besteht für die öffentlich-rechtlichen Sender die Möglichkeit, insgesamt zwölf Partien zu zeigen. Vergleichbare Ausstrahlungen gab es zuletzt etwa beim fünften BBL-Finalspiel zwischen Bayern und Alba, das auch in der ARD-Mediathek lief. Holz sagte mit Blick auf „LGCY“, man sei noch nicht sicher, „ob das unser Bier ist oder nicht“.

So unterscheidet sich „LGCY“ vom klassischen Liga-Basketball

Gespielt werden soll auf einem digitalen Glasboden, auf dem spezielle Markierungen und Einblendungen direkt sichtbar gemacht werden können, etwa ein Vierpunktbereich. Die Spielzeit ist deutlich kürzer als im klassischen Basketball: Geplant sind vier Viertel à fünf Minuten. Zum Vergleich: In der Bundesliga werden viermal zehn Minuten gespielt, in der NBA viermal zwölf.

Wie im regulären Basketball stehen sich auch hier zwei Teams im Fünf-gegen-Fünf gegenüber. Allerdings sollen die Partien mit weniger Unterbrechungen auskommen. Zudem ist die Angriffsuhr auf 20 Sekunden verkürzt, statt der üblichen 24. Für zusätzliche Spektakel-Momente ist außerdem vorgesehen, Dunks mit drei statt mit zwei Punkten zu belohnen.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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