Bayern

Warum jetzt alle nach München pendeln

Pendler-Rekord in München: Hunderttausende strömen täglich in die Stadt. Doch ausgerechnet andere Großstädte verlieren.

09.09.2026, 04:15 Uhr

Zahl der Einpendler nach München erneut gestiegen

Im Jahr 2025 ist die Zahl der Menschen, die aus anderen Städten und Gemeinden zur Arbeit nach München fahren, erneut gewachsen. Nach Angaben des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) kamen 461.400 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte von außerhalb in die bayerische Landeshauptstadt. Das waren etwas mehr als 3.000 mehr als ein Jahr zuvor. Damit verzeichnet München weiterhin den höchsten Einpendlerwert unter den deutschen Großstädten. Grundlage der Auswertung waren Daten der Bundesagentur für Arbeit.

Als Ursachen nennt BBSR-Fachmann Thomas Pütz die starke Arbeitsmarktlage in München sowie die hohen Mieten und den knappen Wohnraum vor Ort. Viele Beschäftigte weichen deshalb ins Umland aus und nehmen längere Arbeitswege in Kauf. Besonders deutlich zeigt sich das laut Untersuchung in Landkreisen wie Landsberg am Lech oder Pfaffenhofen an der Ilm. Dort lag die durchschnittliche Entfernung zum Arbeitsplatz bei knapp 27 Kilometern und damit fast 10 Kilometer über dem bundesweiten Mittel.

Weniger Pendler nicht nur in Nürnberg

Die Untersuchung sagt allerdings nichts darüber aus, wie häufig die Beschäftigten tatsächlich ins Büro oder in den Betrieb fahren. Auch die genutzten Verkehrsmittel wurden nicht erfasst. Wegen der Möglichkeit zum Homeoffice dürfte die Zahl der Personen, die wirklich jeden Tag nach München pendeln, daher niedriger sein.

Bundesweit nahm die Zahl der Pendler zwar ebenfalls zu, in Bayern verlief die Entwicklung jedoch nicht überall gleich. In Nürnberg sank sie gegenüber 2024 laut BBSR um rund 1.200 auf 166.000. Auch Ingolstadt verzeichnete ein Minus von etwa 700, Augsburg einen Rückgang um rund 200.

Anders sah es in mehreren anderen Städten aus: Für Regensburg meldete das Institut ein kleines Plus von 900 Einpendlern. Auch Würzburg legte zu, und zwar um etwa 1.400. In Erlangen stieg die Zahl um rund 600, in Fürth um etwa 300.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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