Wirtschaft

Kommt jetzt Apples erstes Klapp-iPhone?

Apple mischt wohl bald bei Falt-Handys mit – und könnte Samsung plötzlich gefährlich werden.

09.09.2026, 04:30 Uhr

Apple dürfte heute Abend ab 19.00 Uhr MESZ seine nächste iPhone-Generation präsentieren. Medienberichten zufolge könnte der Konzern dabei erstmals auch ein faltbares Smartphone vorstellen. Nach Angaben von Bloomberg soll das Gerät ungefähr die Größe eines Reisepasses haben, sowohl im zusammengeklappten als auch im geöffneten Zustand. Geplant seien ein Außendisplay sowie ein größerer Bildschirm im Inneren.

Es wäre zugleich das erste Produkt-Event unter der Leitung von Apples neuem Chef John Ternus, der den Spitzenposten erst zu Monatsbeginn übernommen hat.

Falt-Handys bleiben bislang ein Spezialmarkt

Obwohl Hersteller wie Samsung, Huawei und Google schon seit Jahren faltbare Smartphones anbieten, ist die Gerätekategorie bisher eher ein Nischenprodukt geblieben. Die Marktforscher von IDC trauen Apple jedoch zu, diesen Markt trotz des späten Einstiegs schnell aufzumischen.

Nach Einschätzung von IDC könnte Apple schon 2027 bei faltbaren Smartphones auf einen Marktanteil von 31 Prozent nach Stückzahlen und 44 Prozent beim Umsatz kommen. Momentan liegt demnach Huawei vorn: Laut IDC stammt etwa jedes zweite verkaufte Foldable vom chinesischen Anbieter. Das ist bemerkenswert, da Huawei wegen der US-Sanktionen weder Google-Dienste noch Chips mit US-Bezug nutzen darf und dadurch in westlichen Märkten stark eingeschränkt ist.

Hochpreisiges Segment

Weltweit galt zuletzt vor allem Samsung als wichtigster Antreiber bei faltbaren Smartphones. Der Konzern brachte im Sommer mit dem Galaxy Z Fold8 ein Modell auf den Markt, das dem erwarteten Apple-Format ähnelt. In Europa startet es bei 1.999 Euro. Zuvor hatte Samsung vor allem auf schmalere Geräte gesetzt, die sich zu einem fast quadratischen Display öffnen lassen.

Für Apples faltbares iPhone rechnet IDC mit einem Preis von rund 2.500 Dollar. Bloomberg zufolge peilte Apple ursprünglich 1.999 Dollar an. Wegen stark gestiegener Kosten, insbesondere bei Speicherchips, soll der Einstiegspreis nun aber eher bei 2.199 Dollar liegen — in den USA wie üblich ohne Steuern.

Trotz des hohen Preises soll Apple laut Bloomberg bei dem Gerät einige Abstriche machen müssen, vor allem im Vergleich zu den Pro-Modellen. So werde wohl kein Teleobjektiv verbaut. Außerdem solle das Gerät statt Face ID wieder per Fingerabdruck entsperrt werden können. Positiv hervorstechen könnte hingegen das Display: Die Falz in der Mitte soll deutlich unauffälliger sein als bei vielen Konkurrenzmodellen.

Standardmodelle womöglich erst im Frühjahr

Neben dem faltbaren iPhone könnten laut Bloomberg auch das iPhone 18 Pro sowie neue Versionen der Apple Watch vorgestellt werden. Besonders aufmerksam wird dabei beobachtet, ob Apple die Preise der neuen Pro-Geräte anhebt. Bei der jüngsten größeren Preisanpassung wegen höherer Speicherkosten waren die iPhones noch ausgenommen worden.

Die regulären Standardmodelle der neuen iPhone-Reihe sollen dem Bericht zufolge diesmal nicht wie üblich im Herbst erscheinen, sondern erst im kommenden Frühjahr.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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