Basketball

Basketballerinnen jagen WM-Coup – «Cooles Event»

Plötzlich blickt ganz Deutschland auf die Basketballerinnen: Kann Fiebich bei der Heim-WM das schaffen, woran lange keiner glaubte?

03.09.2026, 12:55 Uhr

Deutschlands Basketballerinnen fiebern seit Jahren auf diesen Augenblick hin: eine Weltmeisterschaft im eigenen Land, Spiele in Berlin vor ausverkauften Rängen und die Hoffnung auf eine Medaille. Bei ihrer erst zweiten WM-Teilnahme steht das Team nun vor einer besonderen Herausforderung – und möchte zumindest ein Stück weit an die Erfolge der deutschen Männer um Dennis Schröder anknüpfen.

Leonie Fiebich blickt mit Vorfreude auf das Turnier. „Es ist ein richtig cooles Event. Es wird hier der beste Basketball der Welt gespielt“, sagte die 26-Jährige von den New York Liberty. Da Satou Sabally wegen anhaltender Folgen einer Gehirnerschütterung fehlt, kommt Fiebich als Führungsspielerin eine noch größere Bedeutung zu.

Schwieriger Start ins Turnier

Zum Auftakt wartet an diesem Freitag (17.45 Uhr/ProSieben und MagentaSport) in der ausverkauften Uber Arena direkt Mitfavorit Spanien. Bereits einen Tag später geht es gegen Japan, ehe am Montag Mali der dritte Gruppengegner ist. Nur der Gruppensieger zieht direkt ins Viertelfinale ein, die Teams auf den Plätzen zwei und drei müssen den Umweg über die Play-ins nehmen.

Bundestrainer Olaf Lange sprach mit Blick auf das Auftaktprogramm von einer anspruchsvollen Aufgabe. Vor allem die direkte Abfolge der Spiele gegen Spanien und Japan sei alles andere als leicht. Hinzu kommt, dass der komplette Kader erst seit wenigen Tagen gemeinsam trainiert. Fiebich stieß erst am Wochenende zur Mannschaft, in der auch Nyara Sabally steht.

Die jüngere Sabally-Schwester hat nach ihrer Wadenverletzung rechtzeitig grünes Licht bekommen und kann bei der WM in ihrer Heimatstadt mitwirken. Für Lange ist sie ein zentraler Baustein des Teams, auch wenn ihre Einsatzzeit zu Beginn noch dosiert werden dürfte. Langfristig sieht der Trainer die Entwicklung aber positiv. Nachdem Deutschland in der Vorbereitung ohne das WNBA-Trio Fiebich, Sabally und Frieda Bühner alle drei Testspiele verloren hatte, sei Nyaras Rückkehr auch für die Stimmung in der Mannschaft wichtig.

Basketball-WM 2026 der Frauen - Olaf Lange
Bundestrainer Olaf Lange versucht vor dem WM-Start die Erwartungen zu dämpfen. Quelle: Soeren Stache/dpa

Trainer mahnt zur Geduld

Trotz des im Team formulierten Medaillenziels versucht Lange vor dem Turnier, die Erwartungen etwas zu bremsen. Der erfahrene Coach, der auf Vereinsebene bereits zahlreiche Titel geholt hat, verweist darauf, dass der deutsche Frauen-Basketball international lange keine große Rolle gespielt habe und deshalb noch Aufholbedarf bestehe.

Lange richtet den Blick deshalb nicht nur auf diese Heim-WM, sondern auch auf die Europameisterschaft im kommenden Jahr sowie die Olympischen Spiele 2028 in Los Angeles. Die Weltmeisterschaft im eigenen Land solle mit einer positiven Haltung angegangen werden, sagte er. Mittelfristig wolle man bei Medaillen mitreden, doch es sei nicht selbstverständlich, schon jetzt direkt zur absoluten Spitze zu gehören.

Olympia als Zeichen des Fortschritts

Dennoch wollen Fiebich und ihre Mitspielerinnen die große Bühne nutzen – auch wenn mit den USA, Australien, Frankreich und Belgien starke Konkurrenz auf sie wartet. Der Kern der Mannschaft spielt seit der Olympia-Qualifikation 2024 im brasilianischen Belém zusammen. Mit dem Einzug ins olympische Viertelfinale von Paris und Rang fünf bei der vergangenen Europameisterschaft hat das Team bereits Achtungserfolge gefeiert.

Für Fiebich war das Olympia-Turnier ein wichtiger Moment im Reifeprozess der Mannschaft. Dort habe man gespürt, dass man mit den besten Teams mithalten könne. Nun gehe es darum, bei der Heim-WM zu zeigen, dass Deutschland auf diese Bühne gehört und in der Lage ist, auf diesem Niveau auch Spiele zu gewinnen.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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