Basketball

Nowitzki jubelt: DBB-Frauen schreiben WM-Geschichte

Historisch! Deutschlands Basketballerinnen stürmen bei der Heim-WM ins Viertelfinale – doch der echte Härtetest kommt erst noch.

08.09.2026, 22:19 Uhr

Deutschlands Basketballerinnen ziehen bei Heim-WM erstmals ins Viertelfinale ein

Die Erfolgsserie der deutschen Basketballerinnen in Berlin hält an: Vor den Augen von NBA-Ikone Dirk Nowitzki stürmte das Team von Bundestrainer Olaf Lange bei der Heim-WM mit einem deutlichen 94:56 (46:29) gegen völlig chancenlose Südkoreanerinnen in die Runde der letzten acht. Damit steht die Auswahl des Deutschen Basketball Bundes erstmals in ihrer Geschichte bei einer Weltmeisterschaft im Viertelfinale – und darf nun sogar von einer Medaille träumen.

Nach dem Abpfiff genossen die deutschen Spielerinnen die spontane Party in der Berliner Arena. „Wir sind im Viertelfinale, das ist schon mal super. Jetzt können wir uns einen Tag mal ausruhen“, sagte Bundestrainer Olaf Lange.

Revanche gegen Belgien im Visier

Im Viertelfinale wartet am Donnerstag um 17.45 Uhr mit Belgien der nächste schwere Gegner. Der amtierende Europameister um Starspielerin Emma Meesseman hatte sich als Gruppensieger direkt für die Runde der besten acht qualifiziert. Übertragen wird die Partie bei ProSieben Maxx und Magentasport.

Gegen die Belgierinnen hatte Deutschland bei der EM im vergangenen Jahr im Viertelfinale noch deutlich mit 24 Punkten Unterschied verloren. Nun bietet sich Leonie Fiebich und ihren Teamkolleginnen die Chance zur Wiedergutmachung. Klar ist aber auch: Deutschland geht als Außenseiter in das Duell.

Frieda Bühner, die gegen Südkorea 17 Punkte beisteuerte, warnte bereits vor der nächsten Aufgabe. „Wir waren in den letzten Spielen total souverän“, sagte sie – und ergänzte mit Blick auf Belgien: „Belgien ist ein anderes Kaliber.“

Überzeugender Auftritt gegen Südkorea

Im Achtelfinale gegen Südkorea überzeugte die deutsche Mannschaft mit einem konzentrierten, selbstbewussten Auftritt. Beste Werferin war Kapitänin Marie Gülich mit 19 Punkten. Nach der Auftaktniederlage gegen Spanien war es bereits der dritte deutsche Sieg in Serie.

Auch Lange zeigte sich entsprechend zufrieden. „Heute habe ich nicht viel zu meckern. Wir haben herausragend verteidigt, mit sehr viel Engagement und Herz gespielt. Das ist nicht einfach gegen so ein Team. Ich war sehr, sehr zufrieden“, sagte der Chefcoach.

Vor 6.225 Zuschauern in der Uber Arena spürte auch Bühner die besondere Atmosphäre. Nach der Partie sprach sie von „ein wenig Gänsehaut“.

Deutschland nutzt körperliche Vorteile konsequent

Von Beginn an trat das DBB-Team entschlossen auf. Lange hatte schon vor dem Spiel betont, seine Mannschaft habe inzwischen großes Vertrauen in die eigene Stärke entwickelt. Nach den Siegen gegen Japan und Mali sei der Glaube an die eigenen Qualitäten deutlich gewachsen.

Gegen die körperlich unterlegenen und deutlich kleineren Südkoreanerinnen setzte Deutschland diese Vorteile konsequent ein. Immer wieder zogen die Gastgeberinnen zum Korb und fanden dort kaum Gegenwehr. Bereits nach dem ersten Viertel lag die deutsche Mannschaft mit 23:14 vorne, zur Halbzeit war beim Stand von 46:29 die Vorentscheidung gefallen.

Breiter Kader als großer Trumpf

Obwohl es das vierte Spiel innerhalb von fünf Tagen war, wirkte das deutsche Team keineswegs müde. Kapitänin Gülich hatte schon vor der Partie erklärt, dass die besondere Atmosphäre in der Halle zusätzliche Energie freisetze: Die Mannschaft habe so große Lust, vor dieser Kulisse zu spielen, dass die Müdigkeit kaum eine Rolle spiele.

Dank der deutlichen Führung konnte Lange seine Leistungsträgerinnen erneut dosiert einsetzen. Wie schon beim Kantersieg gegen Mali bekamen die Topspielerinnen immer wieder Pausen. Schon vor der Pause standen alle zwölf Spielerinnen auf dem Parkett. „Es ist sehr beruhigend zu wissen, dass wir Tiefe haben“, sagte Lange.

Gülich ragt aus geschlossenem Team heraus

Besonders auffällig war Marie Gülich, die nach einer einjährigen Pause infolge eines Kreuzbandrisses in diesem Sommer ihr Comeback gegeben hat. Bereits zur Halbzeit hatte sie 14 Punkte gesammelt und zudem drei Rebounds sowie drei Assists verbucht.

Auch nach dem Seitenwechsel blieb Deutschland klar tonangebend und baute den Vorsprung weiter aus. Im dritten Viertel wuchs der Abstand auf mehr als 30 Punkte an. Südkorea fand vor allem aus der Distanz kaum Lösungen, sodass Dirk Nowitzki das Geschehen in einer Loge der Uber Arena entspannt verfolgen konnte.

Der NBA-Champion von 2011 will auch beim Viertelfinale gegen Belgien wieder dabei sein. Dann dürfte die deutsche Mannschaft allerdings deutlich stärker gefordert werden.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Redaktion

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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