Basketball

Ausrufezeichen! Basketballerinnen bezwingen Japan

Nach dem Spanien-Debakel schlagen Deutschlands Basketballerinnen zurück – und plötzlich ist bei der Heim-WM wieder alles drin.

05.09.2026, 19:39 Uhr

Erste Reaktion auf das Spanien-Debakel

Die deutschen Basketballerinnen haben bei der Heim-WM in Berlin ihren ersten Sieg eingefahren und damit wieder Kurs auf die K.-o.-Runde genommen. Einen Tag nach der deutlichen 53:83-Niederlage gegen Medaillenkandidat Spanien setzte sich das Team von Bundestrainer Olaf Lange mit 74:58 (34:29) gegen Japan durch und hat das Weiterkommen nun selbst in der Hand.

„Wir haben uns im Eröffnungsspiel nicht so präsentiert, wie wir das wollten. Heute haben wir vor allem in der Verteidigung wesentlich besser gespielt. Einstellung und Spirit haben gestimmt. Ich bin froh für die Mädels, dass sie solch ein Spiel hingelegt haben. Aber das Turnier geht weiter“, sagte Lange nach der Partie.

Nach einem freien Tag wartet am Montag das abschließende Vorrundenspiel gegen Mali. Mit einem weiteren Sieg steht Deutschland sicher in der nächsten Runde. Der Gruppensieger zieht direkt ins Viertelfinale ein, die Teams auf den Plätzen zwei und drei müssen zuvor in die Play-ins.

Bühner führt starkes deutsches Kollektiv an

Beste deutsche Werferin war Frieda Bühner mit 19 Punkten. Ebenfalls zweistellig trafen Nyara Sabally (18), Marie Gülich (11) und Emma Eichmeyer (10). Die Partie in der ausverkauften Max-Schmeling-Halle verfolgten 8.367 Zuschauer.

Souveräner Auftritt trotz Peterson-Ausfall

Im Gegensatz zum Auftritt gegen Spanien begann die deutsche Auswahl diesmal deutlich entschlossener. Kapitänin Marie Gülich bezeichnete das vorherige Debakel als „kleinen Wake-up-Call“. Leonie Fiebich hatte schon vor dem richtungsweisenden zweiten Gruppenspiel die Richtung vorgegeben: regenerieren, essen, schlafen und dann den vollen Fokus auf Japan richten.

Vor dem Tip-off musste Deutschland jedoch den nächsten Rückschlag verkraften. Aufbauspielerin Alexis Peterson fiel wegen eines Infekts aus und blieb im Hotel. Lange sah sein Team dennoch gut aufgestellt: Wenn jemand krank sei, müsse eben die Nächste übernehmen, dafür habe Deutschland einen tiefen Kader.

Verrückte Konstellation in der Gruppe

Zusätzlichen Druck brachte das erste Spiel des Tages. Mali überraschte mit einem 82:73 gegen Vize-Europameister Spanien und feierte damit erst den zweiten WM-Sieg der Verbandsgeschichte. Der bislang einzige Erfolg bei einer Weltmeisterschaft war 2010 in der Platzierungsrunde gelungen.

Damit gehen vor dem Vorrundenfinale alle vier Mannschaften mit jeweils drei Punkten in den letzten Spieltag. „Das ist eine verrückte Gruppe“, sagte Lange. Umso wichtiger war der deutsche Erfolg gegen Japan.

Starkes erstes Viertel als Grundlage

Deutschland ließ sich von den Vorzeichen nicht aus dem Konzept bringen und startete schwungvoll. Früh stand eine 7:2-Führung auf der Anzeigetafel, die Sicherheit in die Aktionen brachte. Vor allem Sabally und Bühner sorgten mit drei erfolgreichen Dreiern in Serie für Begeisterung in der Halle. Nach dem ersten Viertel führte das deutsche Team deutlich mit 28:11.

Danach verlor die Mannschaft allerdings etwas den Rhythmus. Unter dem Korb konnte Deutschland seinen Größenvorteil nicht konsequent ausspielen, weil die Japanerinnen mit viel Einsatz verteidigten. So schrumpfte der Vorsprung bis zur Pause auf fünf Punkte.

Entscheidung nach der Halbzeit

Nach dem Seitenwechsel fand Deutschland schnell wieder zu seinem Spiel. Im dritten Viertel setzte sich das Team erneut zweistellig ab. Ein entscheidender Faktor war die schwache Dreierquote der Japanerinnen: Nach 20 erfolgreichen Distanzwürfen gegen Mali traf Japan diesmal kaum von außen. In den ersten drei Vierteln fand nur einer von 21 Dreiern den Weg in den Korb.

Mit einem 19-Punkte-Polster ging Deutschland in den Schlussabschnitt. Dort eröffnete Bühner direkt mit einem weiteren Dreier. Spätestens danach war der wichtige Sieg der Gastgeberinnen nicht mehr ernsthaft gefährdet.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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