Solarenergie in Deutschland legt im ersten Halbjahr deutlich zu
Der Ausbau der Solarenergie in Deutschland hat in den ersten sechs Monaten des Jahres spürbar an Fahrt gewonnen. Nach vorläufigen Daten wurden von Januar bis Ende Juni neue Photovoltaikanlagen mit einer Gesamtleistung von fast 7,4 Gigawatt-Peak in Betrieb genommen. Das entspricht einem Plus von neun Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum, wie der Bundesverband Solarwirtschaft (BSW) unter Berufung auf Zahlen der Bundesnetzagentur mitteilte.
Insgesamt sind damit bundesweit inzwischen mehr als sechs Millionen Solaranlagen installiert. Ihre gemeinsame Leistung liegt bei über 125 Gigawatt. Dabei war die Nachfrage privater Hauseigentümer im vergangenen Jahr zunächst eher zurückgegangen.
Krieg und Förderende sorgen für zusätzliche Nachfrage
Nach Einschätzung des Verbands hat sich das Interesse jedoch wieder belebt. Als Gründe nennt der BSW den Ende Februar begonnenen Irankrieg sowie die von der Bundesregierung geplante Streichung der Förderung für private Solaranlagen. Viele Investitionen würden deshalb vorgezogen, um noch von den bisherigen Zuschüssen zu profitieren.
Der Verband rechnet zudem damit, dass die bislang veröffentlichten Werte noch steigen könnten. Wegen erwarteter Nachmeldungen sei für das erste Halbjahr sogar ein Zubau von bis zu 8,3 Gigawatt-Peak möglich.
BSW-Hauptgeschäftsführer Carsten Körnig mahnte die Bundesregierung, den Solarausbau nicht auszubremsen. Ein stärkerer Ausbau von Photovoltaik und Batteriespeichern sei aus klima-, energie- und wirtschaftspolitischer Sicht unverzichtbar, sagte er.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber