Vor dem WM-Halbfinale steigt die Spannung
Vor dem ersten Halbfinale der Fußball-WM zwischen Frankreich und Spanien wächst die Nervosität. Frankreichs Nationaltrainer Didier Deschamps sieht trotz der Offensivstärke seiner Mannschaft den Gegner im Vorteil und erklärt Spanien vor dem Duell am Abend in Arlington (21.00 Uhr MESZ, ZDF und MagentaTV) zum Favoriten. Bei den Spaniern richten sich die Hoffnungen vor allem auf Jungstar Lamine Yamal, der bislang noch auf seinen ganz großen WM-Moment wartet.
Auch abseits des Halbfinals gab es Schlagzeilen: Norwegens Nationalteam ist nach dem Aus im Viertelfinale gegen England in der Heimat gefeiert worden. Für einen besonderen Hingucker sorgte dabei Erling Haaland.
Spanien setzt auf Yamal
Nach Einschätzung von Spaniens Trainer Luis de la Fuente steht Lamine Yamals stärkster Auftritt bei diesem Turnier noch bevor. Er habe dem jungen Offensivspieler geraten, ruhig zu bleiben und die Situation zu genießen, sagte der Coach. Sein großer Tag werde bei dieser WM noch kommen – idealerweise schon im Halbfinale oder, sollte Spanien weiterkommen, im Endspiel.
Zwar wurde Yamal im bisherigen Turnierverlauf schon mehrfach als bester Spieler eines Spiels ausgezeichnet, seine Bilanz fällt mit nur einem Tor und ohne Vorlage nach sechs Partien bei der WM in den USA, Kanada und Mexiko aber noch überschaubar aus. Der Flügelspieler des FC Barcelona, der am Tag vor dem Halbfinale 19 Jahre alt wurde, sieht das gelassen. Ob er treffe oder nicht, bereite ihm keine Sorgen, betonte er.

Deschamps erklärt Spanien zum Favoriten
Didier Deschamps bleibt vor dem Prestigeduell bei seiner Einschätzung und schiebt die Favoritenrolle klar den Spaniern zu. Auf der Pressekonferenz bekräftigte der französische Nationalcoach, dass für ihn der Europameister weiterhin der aussichtsreichste Titelkandidat sei.
Schon in den vergangenen Wochen hatte Deschamps mehrfach hervorgehoben, wie stark er Spanien in diesem Turnier einschätzt. Vor dem Halbfinale verwies er erneut auf die stabile Defensive des Gegners, der in den vergangenen sechs oder sieben Spielen lediglich ein Gegentor zugelassen habe. Zugleich erwartet er eine Partie auf Topniveau – mit viel Qualität sowohl in der Offensive als auch in der Abwehr.
Großer Empfang für Norwegen – Haaland mit ungewöhnlichem Mitbringsel
Trotz des Viertelfinal-Aus gegen England ist Norwegens Mannschaft in der Heimat begeistert empfangen worden. Für Aufsehen sorgte vor allem Stürmer Erling Haaland, der mit einem ausgestopften Waschbären aus dem Flugzeug stieg. Auf Instagram kommentierte der 25-Jährige den kuriosen Begleiter mit den Worten, dieser sei ihm bis nach Hause gefolgt. In den Pfoten hielt das Tier eine Glasflasche.
Vom Flughafen Gardermoen ging es für die Mannschaft weiter zum Schloss in Oslo. Dort wurde das Team von König Harald, Kronprinz Haakon und weiteren Mitgliedern der Königsfamilie begrüßt. Kapitän Martin Ödegaard berichtete anschließend, der 89 Jahre alte König habe die Spieler zu Hause willkommen geheißen und ihnen zu ihrer Leistung gratuliert.
Zwischen dem Schloss und dem Universitätsplatz – auf einer Strecke von rund 450 Metern – versammelten sich nach offiziellen Angaben 88.000 Menschen, um die Mannschaft zu feiern. Auf dem Schlossplatz stimmten Fans und Team gemeinsam den inzwischen weltbekannten Ruder-Jubel an. Haaland war zu diesem Zeitpunkt allerdings schon nicht mehr dabei, weil er direkt in den Urlaub weitergereist war.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber