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Experte warnt: Ebola könnte noch monatelang wüten

Ebola-Alarm im Kongo: Der in Deutschland behandelte US-Arzt infizierte sich dort – und Experten sehen noch lange kein Ende.

14.07.2026, 05:00 Uhr

Der schwere Ebola-Ausbruch in der Demokratischen Republik Kongo könnte sich nach Einschätzung eines Fachmanns noch bis ins nächste Jahr hinziehen. Der Amsterdamer Tropenmediziner Martin Grobusch begründet das mit der hohen Zahl der Infektionen. Zuletzt waren 1.926 Fälle labortechnisch bestätigt worden. Einer der Erkrankten wird inzwischen in Frankfurt am Main behandelt, nachdem ein US-Arzt dorthin ausgeflogen wurde.

Zugleich erkennt Grobusch, Leiter des Zentrums für Tropen- und Reisemedizin an der Universität Amsterdam, Fortschritte bei der Eindämmung. Nach seinen Angaben wird die Zahl der bekannten Kontaktpersonen, die sich angesteckt haben könnten, immer präziser erfasst. Der Anteil der identifizierten Risikokontakte liege inzwischen schätzungsweise bei rund 90 Prozent.

Kontaktverfolgung wichtiger als Impfung

Nach Ansicht des Experten wird es entscheidend sein, möglichst alle Kontaktpersonen ausfindig zu machen. Nicht allein ein Impfstoff sei ausschlaggebend, sondern vor allem die konsequente Nachverfolgung von Kontakten sowie das schnelle Auffinden und Behandeln von Erkrankten.

Ebola ist eine lebensgefährliche Infektionskrankheit, die durch direkten Körperkontakt und den Kontakt mit Körperflüssigkeiten übertragen wird. Der aktuelle Ausbruch im Kongo gilt als besonders schwer zu kontrollieren, weil es gegen den Bundibugyo-Typ des Virus bislang weder einen zugelassenen Impfstoff noch eine gezielte Standardtherapie gibt. An einem Impfstoff wird jedoch gearbeitet.

Klinische Tests mit neuen Behandlungen

Seit Anfang Juli werden zudem zwei antivirale Behandlungsansätze klinisch geprüft: der monoklonale Antikörper MBP134 und das Medikament Remdesivir. Dieselbe Kombination war bereits bei einem US-Arzt eingesetzt worden, der im Mai und Juni an der Berliner Charité behandelt wurde. Er konnte sich erholen und das Krankenhaus wieder verlassen.

Die afrikanische Gesundheitsbehörde Africa CDC hatte mehrfach betont, dass die Nachverfolgung von Kontaktpersonen weiterhin eine große Herausforderung darstellt. Obwohl Gesundheitskräfte und Helfer, darunter Freiwillige des Roten Kreuzes, seit Bekanntwerden des Ausbruchs Mitte Mai Aufklärungsarbeit leisten, herrscht in der betroffenen Region im Nordosten des Kongo vielerorts Misstrauen gegenüber den Maßnahmen.

Tote bleiben eine große Infektionsgefahr

Mehrfach wurden Behandlungszentren angegriffen, etwa um die Herausgabe verstorbener Patienten zu erzwingen. Da Leichen bei Ebola als stark ansteckend gelten, müssen Beisetzungen unter strengen Schutzvorkehrungen erfolgen. Hinzu kommt, dass sich mutmaßlich Infizierte wiederholt der Isolation entzogen haben.

Nach den neuesten Angaben der kongolesischen Regierung starben bislang 702 Menschen an der Krankheit. 318 Infizierte gelten als genesen.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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