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Rastplätze fallen durch – wegen der Toiletten

Urlaubspause mit Ekel-Faktor? Laut ADAC fällt fast jeder zweite unbewirtschaftete Rastplatz beim Toiletten-Check durch.

14.07.2026, 04:00 Uhr

Der ADAC bemängelt den Zustand zahlreicher unbewirtschafteter Rastplätze an deutschen Autobahnen. Bei einer aktuellen Stichprobe wurden 50 Anlagen überprüft. Das Ergebnis fiel ernüchternd aus: 46 Prozent erhielten lediglich die Bewertung mangelhaft oder sehr mangelhaft. Nur 18 Prozent schnitten mit gut ab, die Bestnote sehr gut wurde kein einziges Mal vergeben. In die Untersuchung flossen ausschließlich unbewirtschaftete Rastplätze ein, nicht jedoch Raststätten oder Autobahn-Tankstellen.

Besonders negativ wirkten sich die Sanitärbereiche auf das Gesamtergebnis aus. In fast zwei Dritteln der Fälle bewertete der ADAC die Toiletten als mangelhaft oder sehr mangelhaft. Teilweise waren WCs geschlossen, an anderen Orten fehlte Toilettenpapier. Häufig gab es keine Seifenspender, defekte Handtrockner oder deutliche Sauberkeitsmängel.

Nach Angaben des Verkehrsclubs gibt es außerdem oft Probleme beim baulichen Zustand und bei der Ausstattung barrierefreier Toiletten. Gerade diese Sanitäranlagen seien damit die größte Schwachstelle vieler unbewirtschafteter Rastplätze, obwohl sie für Reisende zugleich der wichtigste Nutzungsgrund seien.

Deutliche Verschlechterung seit dem letzten Test

Der ADAC erkennt zudem eine klare negative Entwicklung. Viele der nun überprüften Anlagen waren bereits 2022 getestet worden. Damals hatten noch 40 Prozent ein gutes Urteil erhalten. Inzwischen haben sich rund zwei Drittel der Rastplätze verschlechtert, während nicht einmal jede zehnte Anlage besser abschnitt als zuvor.

Nicht in allen Bereichen fiel die Bilanz jedoch schlecht aus. Bei Verkehr und Parken vergab der ADAC im Durchschnitt die Note gut. Die meisten Rastplätze seien verkehrssicher angelegt. Nachholbedarf gebe es aber bei Stellflächen für Fahrzeuge mit Anhänger, Gespanne und Wohnmobile.

Die Außenbereiche erreichten laut ADAC lediglich ein mittleres Niveau. Zwar seien die grundlegenden Einrichtungen meist vorhanden, an Aufenthaltsqualität fehle es jedoch oft. Spazierwege, Bewegungs- und Spielflächen sowie ausreichender Lärmschutz seien vielerorts nicht vorhanden. Nur zwei der 50 getesteten Rastplätze verfügten über einen Spielplatz, und keine einzige Anlage bot Frischwasser für Wohnmobile an.

Schwächen auch beim Sicherheitsgefühl

Auch beim Thema persönliche Sicherheit zeigte sich vielerorts Verbesserungsbedarf. Kritisiert wurden unter anderem schlecht beleuchtete Parkflächen, Toilettenhäuschen mit unzureichender Einsehbarkeit und teils fehlende Notrufmöglichkeiten.

Zu den Problemen trägt nach Einschätzung der Tester allerdings oft auch das Verhalten der Nutzer bei. Auf 96 Prozent der überprüften Rastplätze stieß der ADAC auf Formen von Vandalismus. Dazu zählten Graffiti, beschädigte Einrichtungen und Hinweisschilder, die durch Aufkleber kaum noch lesbar waren.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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