Wirtschaft

US-Staaten wollen Warner-Deal kippen

Hollywood-Zoff um den 111-Milliarden-Deal: Washington sagt Ja – doch 12 US-Staaten wollen Paramounts Warner-Coup stoppen.

13.07.2026, 18:38 Uhr

Zwölf US-Bundesstaaten gehen vor Gericht, um die geplante Übernahme von Warner Bros. durch den Konkurrenten Paramount zu verhindern. Nach Ansicht der Kläger würde der Zusammenschluss der beiden Medienriesen den Wettbewerb schwächen und am Ende zu höheren Preisen sowie zu einem kleineren Angebot an Filmen und TV-Sendungen führen. Der kalifornische Generalstaatsanwalt Rob Bonta sprach von einem Schritt mit schädlichen Folgen für den Markt.

Die US-Regierung hatte den milliardenschweren Deal zuvor ohne Auflagen genehmigt. Das Justizministerium kam zu dem Schluss, dass die Fusion weder dem Wettbewerb noch den Verbrauchern schade – weder im Fernseh- und Streaminggeschäft noch in der Filmproduktion. Ein Bericht des Wall Street Journal legt jedoch nahe, dass die politische Führung des Ministeriums die Übernahme billigte, bevor die zuständigen Fachjuristen ihre Empfehlung abgegeben hatten.

Sorge um Kinos

In ihrer Klage argumentieren die zwölf Bundesstaaten unter anderem, dass mit dem Wegfall des Wettbewerbs zwischen Warner und Paramount auch Kinos stark unter Druck geraten könnten. Aus ihrer Sicht verstößt der Zusammenschluss gegen geltende Wettbewerbsregeln und müsse deshalb untersagt werden.

Paramount wies die Vorwürfe zurück. Das Unternehmen erklärte, die Klage verkenne die tatsächlichen Wettbewerbsverhältnisse in der Unterhaltungsbranche und beruhe auf einer fehlerhaften Auslegung des Kartellrechts. Man werde die Übernahme mit Nachdruck verteidigen.

An den Börsen löste der Vorstoß zunächst keine größere Nervosität aus. Die Warner-Aktie lag nach Bekanntwerden der Klage um gut zwei Prozent im Plus. Parallel dazu prüfen auch Aufsichtsbehörden außerhalb der USA, darunter in Europa, den Deal weiter kartellrechtlich.

Trump-Unterstützer stach Netflix aus

Hinter Paramount steht die Familie des Software-Milliardärs Larry Ellison, der als Unterstützer von Präsident Donald Trump gilt. Im vergangenen Jahr hatte sich zunächst Netflix mit Warner auf einen Kauf des Streaming- und Studiogeschäfts verständigt. Doch Paramount legte nach und setzte sich mit einem höheren Angebot für den gesamten Konzern Warner Bros. Discovery durch – einschließlich TV-Sendern wie CNN. Das Volumen des Geschäfts liegt bei rund 111 Milliarden Dollar.

Kritiker Trumps in den USA befürchten, dass CNN unter dem Dach von Paramount an redaktioneller Unabhängigkeit verlieren könnte. Sie verweisen auf andere Fälle, in denen Medienhäuser nach Übernahmen durch milliardenschwere Trump-Verbündete eine regierungsfreundlichere Linie eingeschlagen hätten. Trump selbst hatte mehrfach betont, dass ihm bei einem Warner-Deal besonders wichtig sei, dass auch der ihm oft kritisch begegnende Nachrichtensender CNN den Besitzer wechselt.

Auch bei CBS, das nach der Übernahme unter den Einfluss der Ellison-Familie geriet, wurde eine freundlichere Berichterstattung über Trumps Regierung beobachtet. In der bekannten Sendung 60 Minutes mussten zudem mehrere Korrespondenten gehen, die teils von politischem Druck berichteten.

Paramount will mehr Gewicht in Hollywood

Geführt wird Paramount von David Ellison, dem Sohn von Larry Ellison und Filmproduzenten. Mit dem Kauf von Warner Bros. Discovery will er dem Unternehmen in Hollywood deutlich mehr Gewicht verschaffen. Paramount gehört bisher eher zu den kleineren großen Studios der Branche.

Warner würde dafür eine Reihe attraktiver Marken und Inhalte einbringen: das DC-Universum mit Figuren wie Superman und Batman, erfolgreiche Reihen wie Harry Potter sowie ein starkes Streaminggeschäft rund um den Bezahlsender HBO.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

Zurück zur Startseite →
Kommentare 0
Hinterlassen Sie Ihren Kommentar

TOP Neueste Meldungen