Wirtschaft

Intel zündet 5-Milliarden-Ausbau in Irland

Magdeburg abgesagt, Milliarden jetzt in Irland: Warum Intel Europas Chip-Pläne überraschend neu sortiert

13.07.2026, 15:46 Uhr

Intel investiert wieder Milliarden in Europa – Fokus auf Irland statt Magdeburg

Knapp ein Jahr nach dem Stopp des geplanten Großwerks in Magdeburg steckt Intel erneut viel Geld in Europa. Der US-Chiphersteller will seinen bestehenden Standort in Irland für rund fünf Milliarden Euro ausbauen und modernisieren. Geplant sind unter anderem neue Fertigungsanlagen. Als Begründung nennt das Unternehmen die anhaltend hohe Nachfrage nach Halbleitern für KI-Rechenzentren. Für Magdeburg hatte Intel ursprünglich einst besonders fortschrittliche Produktionstechnologien in Aussicht gestellt.

Unter Konzernchef Lip-Bu Tan, der seit Anfang des vergangenen Jahres im Amt ist, versucht Intel mit einem Sparkurs und weiteren Umbauten aus der Krise zu kommen. Die Abkehr von den Plänen in Magdeburg gehörte zu diesem Sanierungsprogramm. Zugleich hatte Intel damit zu kämpfen, dass sich für Anwendungen der Künstlichen Intelligenz vor allem die Chipsysteme von Nvidia als deutlich gefragter erwiesen als die eigenen Produkte des einstigen Branchenvorreiters.

Inzwischen richtet Intel seine Strategie stärker auf die Auftragsfertigung mit modernen Herstellungsverfahren aus. Im August des vergangenen Jahres erhielt der US-Staat nach Druck von Präsident Donald Trump rund zehn Prozent an Intel. Das galt als Gegenleistung für bereits zugesagte milliardenschwere Subventionen. Sowohl die USA als auch Europa bemühen sich seit Jahren darum, einen größeren Teil der Chipproduktion aus Asien zurück in westliche Industrieländer zu holen.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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