Prozess nach Messerattacke in Ulmer Elektronikmarkt startet
Etwa ein halbes Jahr nach der Messerattacke in einem Elektronikgeschäft in Ulm beginnt heute um 8.30 Uhr vor dem Landgericht der Prozess gegen den mutmaßlichen Angreifer. Dem 30 Jahre alten Mann aus Eritrea legt die Staatsanwaltschaft versuchten Mord zur Last. Er soll im Januar einen damals 25-jährigen Mitarbeiter des Marktes mit einem Messer so schwer verletzt haben, dass Lebensgefahr bestand.
Nach den Vorwürfen soll der Beschuldigte sogar weiter auf den Mann eingestochen haben, als dieser bereits wehrlos auf dem Boden lag. Das Opfer musste mehrfach notoperiert werden. Zwei Kollegen, die eingreifen und helfen wollten, erlitten dabei leichte Verletzungen.
Verdächtiger seit Januar in Untersuchungshaft
Nach der Tat flüchtete der Mann zunächst aus dem Geschäft, wurde aber wenig später von der Polizei gefasst. Nach Angaben der Ermittler soll er das Messer trotz Aufforderung nicht abgelegt haben und stattdessen auf die Beamten zugegangen sein. Daraufhin wurde er angeschossen und schwer verletzt. Seit Januar befindet er sich in Untersuchungshaft.
Bislang ist unklar, welches Motiv hinter dem Angriff steckt. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft kannten sich der Beschuldigte und das Opfer nicht.
Der Angeklagte hat sich laut Staatsanwaltschaft bisher nicht zu den Vorwürfen geäußert. Nach früheren Informationen des baden-württembergischen Migrationsministeriums war der Mann zwar ausreisepflichtig, eine Abschiebung konnte jedoch nicht vollzogen werden.
Für das Verfahren hat das Gericht sechs Verhandlungstage vorgesehen. Mit einem Urteil wird nach aktuellem Stand Mitte August gerechnet.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber