Viele Beschäftigte denken im Urlaub über einen Jobwechsel nach
Während der Ferienzeit setzen sich viele Menschen offenbar mit ihrer beruflichen Zukunft auseinander. Das geht aus einer Umfrage des Instituts Appinio hervor, die im Auftrag des Jobportals Indeed durchgeführt wurde. Demnach erwägt mehr als ein Drittel der Befragten im Urlaub eine Veränderung im Beruf.
Besonders stark ist dieser Effekt bei Personen, die auch in den Ferien nicht vollständig abschalten. Wer im Urlaub dienstliche E-Mails liest oder sogar an Besprechungen teilnimmt, denkt deutlich häufiger über die eigene Arbeitssituation nach. Laut der Erhebung hinterfragen 64,8 Prozent dieser Gruppe ihren Job. Für die Studie wurden 1.000 Menschen zwischen 18 und 65 Jahren befragt, jeweils 500 Männer und 500 Frauen. Das Institut stuft die Ergebnisse als repräsentativ ein.
Abstand vom Alltag fördert Reflexion
Indeed-Expertin Stefanie Bickert erklärte, Urlaub schaffe Abstand zum gewohnten Tagesablauf und eröffne Raum, die eigene berufliche Lage zu überdenken. Dass in dieser Phase viele über Veränderungen nachdenken, sei deshalb nicht ungewöhnlich. Auffällig sei allerdings, dass solche Überlegungen besonders oft bei denjenigen auftreten, die im Urlaub weiter beruflich eingespannt bleiben.
Bickert spricht sich deshalb für verlässliche Vertretungsregelungen und eine Unternehmenskultur aus, in der Erreichbarkeit während des Urlaubs nicht als selbstverständlich gilt. Das sei nicht nur ein Zeichen guter Führung und wichtig für die Bindung von Mitarbeitenden, sondern auch eine Voraussetzung für dauerhafte Leistungsfähigkeit.
Einige haben bereits Konsequenzen gezogen
Unter denjenigen, die sich im letzten Urlaub mit einem möglichen Jobwechsel beschäftigt haben, ist ein Teil bereits aktiv geworden: 11,3 Prozent haben nach eigenen Angaben schon eine neue Stelle gefunden. Weitere 15,9 Prozent haben zumindest bereits Bewerbungen verschickt.
Insgesamt gaben 61,6 Prozent der Befragten an, auch im Urlaub zu arbeiten. Nur 13,2 Prozent davon tun dies nach eigener Aussage gern. Die meisten fühlen sich vielmehr ihrem Arbeitgeber oder ihrem Team verpflichtet. Manche fürchten laut Umfrage zudem negative Folgen für ihren Arbeitsplatz, auch wegen des wirtschaftlichen Drucks.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber