Wirtschaft

E-Auto-Flaute trifft Schaeffler hart – Aktie crasht

US-Flaute bremst Schaeffler aus: Warum die E-Auto-Pläne plötzlich wackeln – und der Hoffnungsträger trotzdem bleibt

31.07.2026, 14:09 Uhr

Schaeffler senkt mittelfristige Ziele deutlich

Der Auto- und Industriezulieferer Schaeffler hat angesichts der anhaltenden Schwäche in der Automobilbranche seine mittelfristigen Geschäftserwartungen nach unten angepasst. Besonders belastet den Konzern das mit der Vitesco-Übernahme ausgebaute Geschäft rund um Elektroautos. Dieses Segment dürfte bis 2028 deutlich langsamer wachsen als bislang vom Vorstand erwartet.

An der Börse sorgte die Mitteilung am Freitag für heftige Reaktionen. Die Schaeffler-Aktie, die im MDax notiert ist, geriet stark unter Druck und verlor zuletzt 16 Prozent auf 6,83 Euro. Zeitweise wurde der Handel mit dem Papier sogar ausgesetzt.

Schwächere Nachfrage als erwartet

Nach Angaben des Unternehmens aus Herzogenaurach fällt der Auftragseingang schwächer aus als angenommen. Für das Jahr 2028 rechnet Schaeffler nun nur noch mit einem Konzernumsatz zwischen 24 und 26 Milliarden Euro. Zuvor war Konzernchef Klaus Rosenfeld von 27 bis 29 Milliarden Euro ausgegangen. Im vergangenen Jahr lag der Umsatz bei 23,5 Milliarden Euro.

US-Politik belastet E-Mobilitätsgeschäft

Als wichtigen Grund nannte Rosenfeld politische Entscheidungen in den USA. Dort habe die Regierung von Präsident Donald Trump Fördermaßnahmen für Elektroautos beendet. Dadurch seien umfangreiche E-Mobilitätsprojekte für den amerikanischen Markt, die sich bereits im Auftragsbestand befunden hätten, deutlich kleiner geworden oder ganz weggefallen, sagte Rosenfeld.

Nach seiner Einschätzung wird deshalb auch der Zeitpunkt, an dem dieses Geschäftsfeld profitabel arbeitet, später erreicht als ursprünglich geplant. Zugleich betonte er jedoch, dass die Elektromobilität für Schaeffler weiterhin ein bedeutendes Wachstumsfeld bleibe.

Gewinnmarge bleibt unverändert

An der Zielspanne für die um Sondereffekte bereinigte operative Marge auf Konzernebene hält das Management für 2028 fest. Diese soll weiterhin zwischen 6,0 und 8,0 Prozent liegen. Weil Schaeffler inzwischen aber mit geringeren Erlösen kalkuliert, dürfte der absolute Gewinn niedriger ausfallen als bisher erwartet.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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