Der Fernpass in Österreich wird am Samstag zwischen 9.45 Uhr und 12.00 Uhr wegen einer Demonstration gesperrt. Die Route zählt zu den wichtigsten Nord-Süd-Verbindungen zwischen Deutschland, Österreich und Italien. Die Behörden rechnen mit erheblichen Verkehrsbehinderungen und empfehlen, das Gebiet großräumig zu meiden. Während eine ähnliche Aktion Ende Juni noch weitgehend ohne größere Folgen blieb, fällt der Protest diesmal auf den Beginn der Sommerferien in Bayern und Baden-Württemberg.
Die Veranstalter des Protests wenden sich gegen das hohe Verkehrsaufkommen auf der Transitstrecke. Auch den geplanten Tunnel lehnen sie ab, weil sie befürchten, dass dieser zusätzlichen Verkehr anziehen würde. Nach ihren Angaben sind an Samstagen bereits jetzt etwa 20.000 Fahrzeuge auf der Strecke unterwegs. Zu der Kundgebung werden mehrere Hundert Teilnehmer erwartet. Von der Sperre betroffen ist zudem das benachbarte Hahntennjoch.
Tirol verteidigt Tunnelprojekt
Das Land Tirol bewertet das Vorhaben dagegen positiv. Der Baustart ist für 2026 oder 2027 vorgesehen, die Fertigstellung für 2030. Geplant ist ein 1,4 Kilometer langer Tunnel mit drei Spuren, der einen 4,8 Kilometer langen Abschnitt der bisherigen Passstraße ersetzen soll. Im höchsten Bereich des 1.210 Meter hohen Fernpasses müssten Verkehrsteilnehmer dann laut Land Tirol statt rund 200 Höhenmetern nur noch etwa 70 Höhenmeter überwinden.
Die Kosten werden auf mindestens 160 Millionen Euro geschätzt. Nach Darstellung des Landes soll sich die Leistungsfähigkeit der Strecke dadurch nicht erhöhen. Auch das bestehende Fahrverbot für Lastwagen über 7,5 Tonnen bleibe unverändert bestehen.
Der Tunnel ist Teil eines größeren Fernpass-Pakets, das noch weitere Bauprojekte umfasst. Insgesamt sind dafür Investitionen von mindestens 500 Millionen Euro vorgesehen. Finanziert werden soll das unter anderem über eine künftige Tunnelmaut, die bei 14 Euro liegen soll.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber