Schaeffler senkt mittelfristige Ziele deutlich
Der Auto- und Industriezulieferer Schaeffler hat angesichts der anhaltenden Schwäche in der Automobilbranche seine mittelfristigen Geschäftsziele nach unten angepasst. Besonders belastend wirkt sich dabei das Geschäft rund um die Elektromobilität aus, das durch die Übernahme von Vitesco zusätzlich an Bedeutung gewonnen hatte. Nach Einschätzung des Unternehmens wird dieser Bereich bis 2028 deutlich langsamer wachsen als bislang angenommen.
An der Börse sorgte die Nachricht am Freitag für erhebliche Verunsicherung. Die im MDax gelistete Schaeffler-Aktie verlor zeitweise massiv an Wert und fiel zuletzt um rund 16 Prozent auf 6,83 Euro. Zwischenzeitlich wurde der Handel mit dem Papier sogar ausgesetzt.
Schwächere Nachfrage als erwartet
Wie Schaeffler in Herzogenaurach mitteilte, rechnet der Konzern für das Jahr 2028 nur noch mit einem Umsatz zwischen 24 und 26 Milliarden Euro. Zuvor war Unternehmenschef Klaus Rosenfeld noch von 27 bis 29 Milliarden Euro ausgegangen. Im vergangenen Jahr hatte der Konzern 23,5 Milliarden Euro erlöst.
Ein wesentlicher Grund für die schwächeren Aussichten liegt laut Rosenfeld in der politischen Entwicklung in den USA. Dort habe die Regierung unter Präsident Donald Trump Fördermaßnahmen für Elektrofahrzeuge beendet. Dadurch seien wichtige Aufträge für den amerikanischen E-Mobilitätsmarkt deutlich kleiner geworden oder ganz entfallen, sagte Rosenfeld.
Die Folge: Der Bereich Elektromobilität dürfte später profitabel werden als ursprünglich geplant. Dennoch hält das Unternehmen an seiner grundsätzlichen Einschätzung fest, dass E-Mobilität ein bedeutendes Wachstumsfeld für den Konzern bleibt.
Marge bleibt unverändert
Bei der um Sondereffekte bereinigten operativen Marge vor Zinsen und Steuern erwartet Schaeffler für 2028 weiterhin einen Wert zwischen 6,0 und 8,0 Prozent. Da der Konzern nun aber mit geringeren Umsätzen plant, dürfte auch das Ergebnis insgesamt niedriger ausfallen als zuvor erhofft.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion