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Nach Todes-Unwetter: Jetzt kommt das Chaos

Drama in der Unwetternacht: Ein Baum tötet einen Mann, mehrere Menschen kämpfen schwer verletzt – was geschah im Dunkeln?

01.08.2026, 02:55 Uhr

Schwere Unwetter in Deutschland: Toter in der Sächsischen Schweiz, Waldbrand in Oberbayern

In der Nacht sind schwere Unwetter über Teile Deutschlands gezogen und haben vor allem in der Sächsischen Schweiz dramatische Folgen gehabt. In Rathen kam nach Angaben der Polizei ein Mann ums Leben, als ihn ein Baum traf. Drei weitere Menschen wurden schwer verletzt. Nach Angaben der zuständigen Rettungsleitstelle wurden insgesamt zehn Menschen verletzt, 40 weitere in Sicherheit gebracht.

Die Lage vor Ort blieb am späten Abend weiter unübersichtlich. Ein Polizeisprecher sagte, dass die Dunkelheit die Arbeit der Einsatzkräfte erheblich erschwere. Ein klares Bild der Situation werde voraussichtlich erst bei Tageslicht möglich sein. Auch am Morgen sollten die Rettungsarbeiten fortgesetzt werden.

Bergwacht sucht mit Drohnen nach Betroffenen

Neben Polizei und Feuerwehr war auch die Bergwacht im Einsatz. Mit Drohnen suchten die Helfer nach weiteren Menschen. Ein Sprecher der Bergwacht schilderte den Eindruck, dass ein Teil des Hanges abgerutscht sei und mehrere Bäume ins Tal gestürzt seien. Nach seiner Einschätzung handelte es sich um eine sehr kleinräumige, aber besonders heftige Unwetterzelle.

Weitere Schäden und Verletzte in anderen Regionen

Auch im Süden Deutschlands richtete das Unwetter Schäden an. In Stuttgart brachte ein schweres Gewitter mit Sturm zahlreiche Bäume zu Fall. Nach Angaben der Feuerwehr stürzten sie auf Autos, Straßen und Stromleitungen. Außerdem liefen Unterführungen voll Wasser. Insgesamt wurden rund 50 Einsätze gezählt.

Wie die Feuerwehr in einer Bilanz gegen Mitternacht mitteilte, kam es unter anderem wegen eines umgestürzten Baums zu Unterbrechungen im Stadtbahnverkehr. In einem weiteren Fall wurde eine Stromleitung heruntergerissen. Mehrere Bäume blockierten zeitweise zudem die Zufahrt zu einem Klinikgelände.

In Hamburg registrierte die Feuerwehr ebenfalls viele wetterbedingte Einsätze. Zwischen 18.30 Uhr und 21.00 Uhr wurden 85 Einsätze im Zusammenhang mit Wasser gezählt, hinzu kamen zwölf weitere Fälle unter der Kategorie „droht zu fallen“, etwa bei Zäunen oder Dachziegeln. Verletzte wurden dort nicht gemeldet. Nach Angaben des Lagezentrums waren die zahlreichen Einsätze insgesamt gut zu bewältigen.

Blitz löst Waldbrand in Oberbayern aus

In Oberbayern hatte das Unwetter noch eine weitere Folge: Bei Bad Reichenhall schlug laut Polizei am Abend ein Blitz am Hochstaufen ein und entfachte dort einen Waldbrand. Der einsetzende Regen half zwar gegen die Flammen, dennoch blieben nach Angaben eines Polizeisprechers am frühen Morgen noch Glutnester zurück.

Mit den eigentlichen Löscharbeiten aus der Luft sollten Hubschrauber erst bei Tageslicht beginnen. Die Stadt Bad Reichenhall und die Feuerwehr warnten in einer Mitteilung davor, sich in dem Bereich aufzuhalten, da dort Gefahr für Leib und Leben bestehe.

Vorstellung an der Felsenbühne Rathen abgesagt

In Sachsen ereignete sich das Unglück auf einem Zugangsweg zur Felsenbühne Rathen, wie ein Sprecher der Rettungsleitstelle Dresden mitteilte. Die Einsatzkräfte gingen davon aus, dass mehrere Menschen durch umgestürzte Bäume eingeschlossen worden waren. Das felsige Gelände erschwerte die Arbeiten zusätzlich. Weitere Einzelheiten waren zunächst nicht bekannt.

Die für Freitagabend geplante Aufführung von „Der kleine Horrorladen“ an der Felsenbühne wurde abgesagt. Das Freilichttheater bietet Platz für rund 2.000 Besucherinnen und Besucher und zählt zu den größten seiner Art in Sachsen.

Wetterdienst hatte vor Gewittern gewarnt

Der Deutsche Wetterdienst hatte zuvor für weite Teile Sachsens vor kräftigen Gewittern gewarnt. Dabei wurde unter anderem auf die Gefahr von Blitzschlag, umstürzenden Bäumen und herabfallenden Gegenständen hingewiesen. Auch für weitere Bundesländer galten entsprechende Wetterwarnungen.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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