Trump droht Iran mit neuer Eskalation
US-Präsident Donald Trump hat dem Iran erneut mit massiven militärischen Konsequenzen gedroht. Auf seiner Plattform Truth Social schrieb er, für Teheran laufe die Zeit ab. Die Führung müsse rasch handeln, sonst werde kaum noch etwas vom Land übrig bleiben. Auch aus Israel kommen Signale, dass man sich auf eine mögliche Fortsetzung der gemeinsamen Angriffe vorbereitet.
Ein Sprecher des iranischen Militärs reagierte laut der Nachrichtenagentur Tasnim mit scharfen Worten. Sollte Washington erneut einen Fehler begehen, müsse es mit noch härteren und zerstörerischeren Gegenschlägen rechnen.
Trump drängt auf Einigung
Wie das US-Portal Axios unter Berufung auf ein Telefoninterview mit Trump berichtet, verlangt der Präsident von Teheran ein verbessertes Angebot für ein Ende des Konflikts. Andernfalls werde der Iran deutlich schwerer getroffen als bisher. Trump machte demnach deutlich, dass Washington zwar eine Vereinbarung anstrebe, der Iran sich dafür aber stärker auf die amerikanischen Forderungen zubewegen müsse.
Aus dem Bericht geht außerdem hervor, dass Trump am Dienstag mit seinem nationalen Sicherheitsteam im "Situation Room" des Weißen Hauses zusammentreffen will. Dort sollen erneut militärische Handlungsoptionen beraten werden.
Experten sehen kaum Annäherung
Der israelische Iran-Analyst Danny Citrinowicz schrieb auf X, die Positionen beider Seiten lägen weiterhin weit auseinander. Ein diplomatischer Fortschritt sei aus seiner Sicht nur möglich, wenn die USA sich direkter mit dem Kern der iranischen Vorschläge befassen.

Nach seiner Einschätzung hält Teheran unverändert an seinen Hauptforderungen fest. Dazu zählen ein Ende der wirtschaftlichen Sanktionen, Gespräche über eine breitere Beilegung des Konflikts und erst danach Verhandlungen über das Atomprogramm.
Washington und Israel beraten über weitere Schritte
Weil die diplomatischen Bemühungen bislang kaum vorankommen, wächst in Washington offenbar der Unmut. Die New York Times hatte bereits berichtet, das Pentagon bereite sich auf eine mögliche Wiederaufnahme des Kriegs vor. Hintergrund sei, dass wichtige Ziele, insbesondere mit Blick auf das iranische Atomprogramm, bisher nicht erreicht worden seien.
Nach Informationen der Times of Israel sprach Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu am Sonntagabend mit Trump über eine mögliche neue Militärphase gegen Teheran. Zuvor hatte Netanjahu betont, Israel beobachte die Entwicklung im Iran sehr aufmerksam. Die Zeitung Jediot Achronot schrieb, in Jerusalem warte man nun auf eine Entscheidung des US-Präsidenten.
Der Krieg hatte Ende Februar mit Angriffen der Verbündeten USA und Israel begonnen. Der Iran reagierte darauf mit Gegenangriffen auf Israel sowie auf Staaten am Persischen Golf, die Teheran als Partner Washingtons betrachtet. Seit Anfang April gilt eine Waffenruhe, die Trump zuletzt einseitig verlängert hatte.
Neue Drohnenvorfälle in der Region
Trotz der Feuerpause bleibt die Lage angespannt. Noch vor einer Woche hatte Trump erklärt, die Waffenruhe stehe nur noch auf sehr wackligem Fundament.
Saudi-Arabien meldete nun erneut Drohnenangriffe. Nach Angaben des Verteidigungsministeriums wurden am Sonntagmorgen drei unbemannte Flugobjekte abgefangen und zerstört, nachdem sie aus dem irakischen Luftraum eingedrungen waren.
Bereits zuvor hatten die Vereinigten Arabischen Emirate von drei Drohnenangriffen aus westlicher Richtung berichtet. Zwei Drohnen seien abgeschossen worden. Eine weitere habe einen Stromgenerator außerhalb des inneren Sicherheitsbereichs des Atomkraftwerks Baraka getroffen. Die Herkunft der Drohnen werde noch untersucht.
G7-Finanzminister warnen vor wirtschaftlichen Folgen
Bei dem heute in Paris beginnenden Treffen der G7-Finanzminister stehen die wirtschaftlichen Auswirkungen des Konflikts im Mittelpunkt. Bundesfinanzminister Lars Klingbeil warnte vor den Folgen des Kriegs und vor allem vor einer möglichen Blockade der Straße von Hormus. Er sprach von einer ernsten Gefahr für die Weltwirtschaft und betonte, dass der Krieg die globale Konjunktur stark belaste.
Besonders kritisch ist die Lage in der Straße von Hormus, einer der wichtigsten Routen für den weltweiten Öl- und Gashandel. Kurz nach Kriegsbeginn hatten iranische Streitkräfte dort die Kontrolle übernommen. Durch Drohungen, Kontrollen und Angriffe auf Schiffe wurde der Verkehr in der Meerenge stark behindert. In der Folge stiegen die Energie- und Kraftstoffpreise weltweit deutlich an. Nach iranischen Angaben ist das Gebiet inzwischen zudem vermint.
Teheran weist allerdings zurück, die Meerenge vollständig gesperrt zu haben. Nach iranischer Darstellung ist sie nur für feindliche Staaten geschlossen. Tatsächlich müssen Reedereien ihre Durchfahrt mit iranischen Stellen abstimmen und dürfen anschließend nur einen Korridor nahe der iranischen Küste nutzen. Dafür erhebt die iranische Führung hohe Gebühren.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion