Die Grünen im bayerischen Landtag drängen auf deutlich mehr heimische Energieproduktion, damit der Freistaat schneller unabhängiger von Öl und Gas wird. In einem neuen Antragspaket für den Landtag setzen sie sich unter anderem für sogenannte Wasserstoff-Sprinterkraftwerke ein. Die Staatsregierung solle sich dafür starkmachen, dass solche Anlagen ausgeschrieben werden – und darauf hinwirken, dass möglichst das erste Kraftwerk dieser Art in Bayern entsteht.
Gemeint sind Anlagen, die Strom mithilfe von erneuerbarem Wasserstoff erzeugen. Sie sollen vergleichsweise rasch in Betrieb gehen können, etwa wenn bereits Anschlüsse an Wasserstoffspeicher, regionale Netze, Wasserstoff-Cluster oder Importmöglichkeiten vorhanden sind. Außerdem sollen diese Kraftwerke flexibel hochfahrbar sein und dann einspringen, wenn Wind- und Solarenergie zeitweise nicht genug Strom liefern.
Schulze fordert mehr Einsatz von Söder
Darüber hinaus verlangen die Grünen einen stärkeren Ausbau der Stromspeicher in Bayern. Nach ihrer Einschätzung geht noch immer viel wertvoller Sonnen- und Windstrom verloren, weil Anlagen wegen Netzengpässen gedrosselt werden müssen. Deshalb brauche es unter anderem mehr Unterstützung für die Nachrüstung von Speichern. Auch vor Einschnitten bei den Ausschreibungen für Biogasanlagen auf Bundesebene warnen sie.
Grünen-Fraktionschefin Katharina Schulze erklärte, Bayern habe allein im vergangenen Jahr rund 6,5 Milliarden Euro für Öl- und Gasimporte ins Ausland gezahlt. Dieses Geld müsse stattdessen in die eigene Energieunabhängigkeit fließen. Ministerpräsident Markus Söder (CSU) müsse jetzt entschlossen handeln und sowohl in Bayern als auch in Berlin für die künftige Energieversorgung des Freistaats eintreten.
Der energie- und klimapolitische Sprecher der Grünen-Fraktion, Martin Stümpfig, sagte, seine Partei zeige einen besseren Kurs für Bayern auf: grüner Wasserstoff für die Industrie, Batteriespeicher für überschüssigen Strom aus Sonne und Wind sowie Biogas als Reserve in Zeiten von Dunkelflauten. Das seien verlässliche und saubere Energiequellen, die bezahlbar seien und unabhängiger von fossilen Importen machten. Wer Versorgungssicherheit wolle, müsse jetzt in die Energie von morgen investieren – statt weiter Milliarden in alte Abhängigkeiten zu stecken.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion