Netanjahu soll während des Iran-Kriegs heimlich in die Emirate gereist sein
Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hat nach Angaben seines Büros während des Kriegs mit dem Iran einen nicht öffentlich bekannten Besuch in den Vereinigten Arabischen Emiraten absolviert. Demnach traf er dort Präsident Mohammed bin Sajid. In der Mitteilung wurde von einem „historischen Durchbruch“ in den Beziehungen zwischen Israel und den VAE gesprochen.
Zu Inhalt und Ergebnissen des Treffens wurden zunächst keine weiteren Angaben gemacht. Schon in der Vergangenheit hatte es Berichte über verdeckte Reisen Netanjahus in den Golfstaat sowie offizielle Telefongespräche zwischen beiden Seiten gegeben.
Iron Dome laut US-Botschafter in den VAE eingesetzt
Der amerikanische Botschafter in Israel, Mike Huckabee, erklärte am Dienstag, dass das israelische Raketenabwehrsystem Iron Dome während des jüngsten Iran-Kriegs auch in den Vereinigten Arabischen Emiraten zum Einsatz gekommen sei. Bei einer Konferenz an der Universität Tel Aviv sagte er, Israel habe Batterien des Systems sowie Soldaten zur Unterstützung der Bedienung in den Golfstaat entsandt.
Nach Einschätzung der israelischen Denkfabrik INSS gehörten die VAE im Verlauf des Kriegs neben Israel zu den Ländern, die am stärksten von iranischen Raketen- und Drohnenangriffen betroffen waren.
Abraham-Abkommen als Grundlage der Annäherung
Die Annäherung zwischen Israel und mehreren arabischen Staaten geht auf die sogenannten Abraham-Abkommen zurück, die 2020 während der ersten Amtszeit von US-Präsident Donald Trump angestoßen wurden. In deren Folge nahmen die Vereinigten Arabischen Emirate, Bahrain, Marokko und der Sudan diplomatische Beziehungen zu Israel auf.
Ein offizieller Besuch eines israelischen Regierungschefs in den Emiraten hatte erstmals 2021 stattgefunden: Damals reiste der damalige Ministerpräsident Naftali Bennett in den Golfstaat.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion