Fußball

Fürth in der Relegation: Jetzt geht’s erst richtig los

Abstieg abgewendet, doch jetzt droht das nächste Drama: Fürth kämpft gegen Essen – und der Trainer schlägt Alarm.

18.05.2026, 05:45 Uhr

Trainer Heiko Vogel hat nach dem emotionalen Erfolg der SpVgg Greuther Fürth weiter zur Vorsicht gemahnt. Zwar verhinderte das Kleeblatt mit dem 3:0 gegen Fortuna Düsseldorf am letzten Spieltag noch den direkten Abstieg aus der 2. Bundesliga und sprang auf Relegationsplatz 16. Doch gesichert ist der Klassenverbleib damit noch längst nicht. „Wir haben noch nichts erreicht“, stellte Vogel klar. Der Sieg habe der Mannschaft neues Leben eingehaucht, nun stünden aber „nochmal zwei Endspiele“ bevor.

Als Tabellensechzehnter trifft Fürth nun in der Relegation auf Rot-Weiss Essen, den Drittplatzierten der 3. Liga. Das Hinspiel steigt am Freitag um 20.30 Uhr an der Essener Hafenstraße, das Rückspiel folgt am Dienstag um 20.30 Uhr in Fürth. Beide Partien werden bei Sat.1 und Sky übertragen.

Düsseldorf-Auftritt als Maßstab

Der deutliche Erfolg gegen Düsseldorf soll den Franken nach einer insgesamt enttäuschenden Saison zusätzlichen Schwung geben. Vor allem Felix Klaus, der gegen seinen Ex-Club traf und zudem zwei Tore vorbereitete, ging als Matchwinner voran. Mit Blick auf das Gastspiel im Ruhrgebiet gab der Stürmer die Richtung vor: „Mit Liebe an die Hafenstraße.“ Wer nicht mit der richtigen Einstellung dorthin fahre, könne auch gleich daheim bleiben, sagte Klaus, der das Stadion aus seiner Düsseldorfer Zeit bereits kennt.

Für Klaus ist klar, woran sich Fürth orientieren muss: Wenn die Mannschaft die Leistung aus dem Düsseldorf-Spiel erneut auf den Platz bringe, seien die Chancen gut, den Ligaverbleib zu schaffen. Auch Verteidiger Jan Elvedi betonte, worauf es nun ankomme: Die Fürther müssten genau das wieder abrufen, was sie zuletzt gezeigt hätten. Entscheidend seien eine geschlossene Teamleistung, großer Wille und die feste Überzeugung, die Relegation erfolgreich zu bestehen.

Gewarnt vor der Atmosphäre in Essen

Bei aller Erleichterung über den Befreiungsschlag bleibt die Gefahr groß. In dieser Saison ließ Fürth guten Auftritten häufig wieder Rückschläge folgen. Genau deshalb verbot Vogel verfrühte Euphorie.

Zudem erwartet die Franken in Essen eine besonders intensive Atmosphäre. Vogel weiß aus eigener Erfahrung, wie unangenehm der Gegner sein kann: Gegen RWE holte er als Trainer von Borussia Mönchengladbach II in vier Spielen nur einen Punkt, mit Uerdingen schied er zudem im Landespokal in Essen aus. Entsprechend deutlich fiel seine Warnung aus. Das Stadion sei klein, eng und stimmungsvoll, sagte der Coach voraus: „Das wird brachial von der Stimmung her. Da sind wir gewarnt.“ Fehler dürfe sich seine Mannschaft nun nicht mehr leisten.

Hoffnung auf Rettung nach verkorkster Saison

Trotz des Erfolgs gegen Düsseldorf bleibt für den Traditionsclub der Absturz in die 3. Liga eine reale Gefahr. Fürth droht nach fast drei Jahrzehnten erstmals wieder der Fall aus den ersten beiden deutschen Profiligen.

Dennoch lebt die Hoffnung, eine weitgehend verpfuschte Spielzeit noch einigermaßen glimpflich zu beenden. Vogel brachte die Ausgangslage vor den Relegationsspielen auf eine einfache Formel: „Die Tür ist auf – jetzt müssen wir durchgehen.“

Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion

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