Iran

Bericht: Panahi kämpft gegen Irans hartes Urteil

Heimlich drehte er den Cannes-Hit – jetzt droht Jafar Panahi im Iran Haft. Am Mittwoch kämpft er vor Gericht zurück.

18.05.2026, 17:30 Uhr

Der vielfach ausgezeichnete iranische Regisseur Jafar Panahi will Medienberichten zufolge nach seiner Rückkehr in den Iran gegen seine Haftstrafe rechtlich vorgehen. Wie das iranische Onlineportal Emtedad meldete, soll der Fall am Mittwoch vor einem Revolutionsgericht in Teheran erneut verhandelt werden. Panahi war Anfang April während des Krieges in sein Heimatland zurückgekehrt.

Bereits im Dezember des vergangenen Jahres hatte ein Revolutionsgericht den heute 65-Jährigen in Abwesenheit zu einem Jahr Gefängnis verurteilt. Darüber hinaus wurden gegen ihn ein zweijähriges Ausreiseverbot sowie ein Verbot ausgesprochen, sich politischen oder gesellschaftlichen Organisationen anzuschließen.

Haft und neue Vorwürfe

Die Justiz wirft Panahi "Propaganda gegen das System" vor. Als zentrales Beweismittel gilt dem Bericht zufolge sein jüngster Film „Ein einfacher Unfall“, der heimlich gedreht worden sein soll. Der Film erhielt 2025 die Goldene Palme in Cannes und war in diesem Jahr zudem für die Golden Globes und die Oscars nominiert.

Im Mittelpunkt des fiktiven Dramas steht ein ehemaliger Häftling, der nach einem Autounfall auf den Mann trifft, den er für seinen früheren Folterer hält. Er verschleppt ihn und bringt ihn zu weiteren Ex-Gefangenen. Das Werk beschäftigt sich mit Vergeltung, aber auch mit der Frage, was Gerechtigkeit bedeutet.

Bereits früher inhaftiert

Panahi saß bereits von Juli 2022 bis Februar 2023 im Iran im Gefängnis. Seit Jahren ist der Filmemacher zudem in seiner beruflichen Arbeit und bei Reisen erheblich eingeschränkt.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion

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