KNDS hat nicht bestätigt, ob es Gespräche mit Mercedes-Benz über eine mögliche Übernahme des Werks in Ludwigsfelde in Brandenburg gibt. Ein Sprecher des Rüstungskonzerns erklärte auf Anfrage der dpa, das Unternehmen wachse derzeit und suche für den geplanten Ausbau seiner Rüstungsproduktion nach passenden Partnern. Zu möglichen Namen wolle man sich jedoch nicht äußern.
Zuvor hatte der Spiegel berichtet, Mercedes-Benz verhandle mit KNDS über die Übergabe des Standorts sowie eines Teils der rund 2.000 Beschäftigten. KNDS verweist darauf, mit Dräxlmaier aus Sachsenheim bereits einen Partner für die Unterstützung bei der Fertigung des Transportpanzers Boxer gefunden zu haben. Mit weiteren möglichen Partnern liefen demnach noch Gespräche.
Mercedes-Benz prüft Perspektiven für den Standort
Im Werk Ludwigsfelde fertigt Mercedes-Benz derzeit Varianten des Sprinter und des E-Sprinter. Nach Angaben einer Unternehmenssprecherin rechnet der Konzern damit, dass die Nachfrage nach diesen Modellen auch über 2030 hinaus bestehen bleibt. Bis dahin sollen mehrere Ausführungen der aktuellen Sprinter-Generation weiterhin in Ludwigsfelde gebaut werden.
Gleichzeitig arbeitet Mercedes daran, die Kosten in der Transporterproduktion zu senken. Bereits vor einigen Monaten hatte die IG Metall auf Unsicherheiten mit Blick auf die Zukunft des Werks hingewiesen.
Zu dem Bericht des Spiegel wollte sich Mercedes-Benz nicht konkret äußern. Die Unternehmensleitung führe parallel Gespräche mit dem Betriebsrat über die künftige Ausrichtung des Standorts, wobei verschiedene Möglichkeiten geprüft würden, sagte die Sprecherin. Ziel sei eine tragfähige Zukunftslösung für Ludwigsfelde, die die Besonderheiten des Werks berücksichtige und zugleich die Interessen der Beschäftigten so weit wie möglich wahre. Weitere Spekulationen kommentiere das Unternehmen nicht.
Nach Informationen des Spiegel wird unter anderem erwogen, dass KNDS zunächst nur einen Teil des Werks anmietet. In diesem Fall könnten dort parallel Militärfahrzeuge von KNDS und Transporter von Mercedes produziert werden.
KNDS war 2015 aus dem Zusammenschluss des deutschen Panzerbauers Krauss-Maffei Wegmann und des französischen Rüstungsunternehmens Nexter entstanden. Vor dem Hintergrund steigender staatlicher Verteidigungsausgaben gewinnt die Rüstungsindustrie auch in Deutschland zunehmend an Bedeutung.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion