Bayern

Nach Millionen-Coup: Kempten zieht jetzt durch

1,9 Millionen aus Parkautomaten weg: Jetzt zieht Kempten Konsequenzen. Warum der Mega-Klau so leicht war – und was Parker erwartet.

18.05.2026, 15:17 Uhr

Kempten zieht nach Münzdiebstahl Konsequenzen

Nach dem millionenschweren Diebstahl von Parkmünzen will die Stadt Kempten ihr Bezahlsystem künftig stärker auf bargeldlose Verfahren umstellen. Das geht aus dem Abschlussbericht einer Kommission hervor, die den Fall eines früheren städtischen Mitarbeiters und seiner Ehefrau untersucht hat. Das Paar war Anfang Mai zu jeweils fünfeinhalb Jahren Haft verurteilt worden.

Vor dem Landgericht Kempten war deutlich geworden, dass die internen Abläufe der Stadt den Diebstahl über Jahre hinweg begünstigten. Die beiden Angeklagten hatten gestanden, insgesamt rund 1,9 Millionen Euro aus städtischen Parkscheinautomaten entnommen zu haben. Strafrechtlich berücksichtigt wurden davon etwa 1,3 Millionen Euro, da weitere Taten bereits verjährt waren. Der gesamte entstandene Schaden soll nun, soweit möglich, bei den Verurteilten eingezogen werden.

Bekannt wurde die Diebstahlserie im Herbst 2025, nachdem einer Bank die regelmäßigen hohen Münzeinzahlungen des Ehepaars aufgefallen waren. Das Institut meldete den Verdacht, woraufhin die Stadt eine Untersuchung einleitete. Ziel sei es nun, bei der Neuorganisation der Parkraumbewirtschaftung den Anteil bargeldbasierter Abläufe deutlich zu senken. Unter anderem soll die Nutzung von Smartphone-Apps ausgebaut werden.

Einnahmen stiegen trotz der Taten deutlich

Nach Angaben der Kommission sind die Einnahmen aus dem Parken in den vergangenen zehn Jahren dennoch kräftig gestiegen – von rund 800.000 Euro auf etwa 2,5 Millionen Euro. Grund dafür sei vor allem die Ausweitung der Parkraumbewirtschaftung. Gleichzeitig seien Kontroll- und Steuerungsmechanismen jedoch nicht im selben Tempo verbessert worden.

Diebstahl von Parkmünzen aus Automaten der Stadt Kempten
Die Stadt Kempten muss ihre Parkraumbewirtschaftung nun grundsätzlich neu organisieren. (Archivfoto) Quelle: Stefan Puchner/dpa

Die Prüfer kritisieren vor allem unzureichende technische Auswertungen sowie Lücken in der Dokumentation. Als Konsequenz sollen nun sowohl die Automaten als auch die Schließsysteme ersetzt werden. Zudem ist vorgesehen, bei Abrechnungen künftig konsequent ein Mehr-Augen-Prinzip anzuwenden.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion

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