Es juckt, brennt und krabbelt: In den warmen Monaten sind zahlreiche kleine Parasiten unterwegs, die auf der Haut unangenehme Spuren hinterlassen. Neben Mücken und Zecken können auch Herbstgrasmilben hinter roten, stark juckenden Hautstellen stecken. Was man über die winzigen Tiere wissen sollte.
Was sind Herbstgrasmilben?
Herbstgrasmilben, wissenschaftlich Neotrombicula autumnalis, werden auch Ernte- oder Herbstmilben genannt. Sie zählen zu den Spinnentieren und sind damit keine Insekten. Vorkommen können sie etwa auf Wiesen, in Parks, Gärten und anderen Grünflächen.
Nach Angaben des Zoologen Alex Christian leben die Tiere im Larvenstadium parasitisch. Dann suchen sie sich einen Wirt, meist kleinere Säugetiere, gelegentlich aber auch Menschen. Haben sie sich vollgesogen, lassen sie wieder los, kehren auf den Boden zurück und entwickeln sich weiter. Im nächsten Stadium als Nymphe sind sie nicht mehr parasitisch und für Menschen daher nicht mehr relevant.
Welche Beschwerden verursachen sie?
Im Gegensatz zu Mücken oder Zecken stechen Herbstgrasmilben nicht. Stattdessen haften sie sich mit ihren Mundwerkzeugen an der Haut fest und saugen dort. Dabei geben sie eine Flüssigkeit ab, die die oberste Hautschicht anlöst. Während die Milben auf der Haut sitzen, bleibt das oft unbemerkt. Erst später beginnt der starke Juckreiz.
Typisch sind rötliche Quaddeln. Laut Deutschem Roten Kreuz setzt der Juckreiz meist 12 bis 24 Stunden nach dem Biss ein und kann bis zu zwei Wochen anhalten. Besonders häufig betroffen sind Hautstellen, die dünn und oft feucht sind, zum Beispiel Füße, Knöchel, Kniekehlen, Taille oder Achseln.

Übertragen Herbstgrasmilben Krankheiten?
Nein. Anders als Zecken gelten Herbstgrasmilben nicht als Überträger von Krankheiten. Dennoch kann der Juckreiz sehr belastend sein.
Wichtig ist, die betroffenen Stellen nicht aufzukratzen, da sich die Haut sonst entzünden kann. Zur Linderung eignen sich laut DRK etwa kühlende Umschläge, Antihistamin-Gele oder kortisonhaltige Salben aus der Apotheke.
Hält der Juckreiz länger als zwei Wochen an, nimmt zu oder treten allergische Reaktionen wie große Blasen oder Atemnot auf, sollte ärztlicher Rat eingeholt werden.
Wie lässt sich ein Befall vermeiden?
Die Larven sind extrem klein: Sie messen laut Christian nur etwa 0,25 Millimeter und erreichen vollgesogen bis zu 0,7 Millimeter. Mit bloßem Auge sind sie daher kaum zu erkennen.
Besonders gefährdet sind Menschen, die sich häufig im Grünen aufhalten. Zum Schutz empfehlen Fachleute:
- lange Kleidung tragen
- festes Schuhwerk nutzen
- Hosenbeine in die Socken stecken
- nicht barfuß über Wiesen laufen
Nach einem Aufenthalt im Freien sind zudem eine gründliche Dusche und das Waschen der getragenen Kleidung bei 60 Grad sinnvoll, um mögliche Milben zu entfernen.
Was gilt für Haustiere?
Auch Tiere können durch Herbstgrasmilben starken Juckreiz entwickeln. Besonders bei Hunden fällt das in den Sommermonaten häufig auf, erklärt Christiane Bärsch von der Bundestierärztekammer. Betroffen sein können alle Körperstellen, die mit Gras in Berührung kommen, etwa Beine, Bauch oder Schnauze.
Für Tiere gibt es spezielle Schutzpräparate, die Parasiten abwehren sollen. Humanmedizinische Mittel sollten dabei nicht verwendet werden, da die Haut von Tieren anders beschaffen ist und solche Produkte reizen können.
Empfohlen wird außerdem, nach dem Spaziergang Pfoten, Bauch und Leistenbereich abzuspülen. Kratzt sich das Tier auffällig oft oder leckt an den betroffenen Stellen, ist ein Besuch in der Tierarztpraxis ratsam.
Wann treten Herbstgrasmilben auf?
Trotz ihres Namens sind Herbstgrasmilben nicht erst im Herbst aktiv. Fachleuten zufolge erscheinen sie bereits zu Beginn des Sommers. Besonders häufig sind sie im Juli und August anzutreffen.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber