Iran

Trump stoppt Iran-Angriff – kommt jetzt der Deal?

US-Schlag gegen Iran offenbar in letzter Sekunde gestoppt – Trump will nur verzichten, wenn Teheran jetzt schnell nachgibt.

02.08.2026, 04:45 Uhr

US-Präsident Donald Trump hat nach eigenen Angaben eine weitere Angriffswelle des US-Militärs gegen den Iran zunächst gestoppt. Als Grund nannte er angebliche Fortschritte bei den Bemühungen um eine diplomatische Einigung. Auf seiner Plattform Truth Social schrieb Trump in der Nacht, Voraussetzung sei, dass rasch eine Vereinbarung zustande komme.

Nach Trumps Darstellung bleiben die US-Streitkräfte jedoch uneingeschränkt einsatzbereit. Das Militär könne einen Angriff ausführen, wie es ihn "seit dem Zweiten Weltkrieg nicht mehr gegeben hat", erklärte er. Zugleich hätten der Iran und andere Staaten der Region darum gebeten, davon abzusehen, weil sich inzwischen "Umrisse einer Einigung" abzeichneten.

Zu den aus seiner Sicht zentralen Punkten einer möglichen Verständigung zählte Trump eine "komplette" Öffnung der Straße von Hormus sowie ein Ende der angeblich vom Iran ausgehenden atomaren Bedrohung. Auch Israel werde sich nach seinen Worten an die Vereinbarung halten und den Iran vorerst nicht erneut angreifen. An mögliche Vermittler gerichtet schrieb Trump außerdem: "Macht Euch alle an die Arbeit und ERLEDIGT das."

Weitere Details zu dem von ihm behaupteten diplomatischen Fortschritt nannte Trump zunächst nicht. Weder aus dem Iran noch von an den Gesprächen beteiligten Staaten in der Region gab es in der Nacht zunächst eine unmittelbare Reaktion.

Konflikt um Straße von Hormus und Atomprogramm

Es wäre nicht das erste Mal, dass Trump von einem Durchbruch spricht, der später bestritten wird oder an der Realität scheitert. So sollte die Straße von Hormus schon nach dem im Juni unterzeichneten Rahmenabkommen mit dem Iran wieder für die internationale Schifffahrt geöffnet werden. Zu einer vollständigen Freigabe kam es jedoch nie. Nach einer kurzen Belebung des Schiffsverkehrs wurde die Passage durch neue Angriffe zuletzt wieder fast lahmgelegt.

Die Meerenge ist von zentraler Bedeutung für den Export von Öl und Gas aus den Staaten am Persischen Golf. Teheran nutzt die faktische Blockade, die höhere Weltmarktpreise für Öl und Gas verursacht, als Druckmittel gegen Trump. Für die Republikaner ist das kurz vor den Zwischenwahlen zum US-Kongress in gut drei Monaten heikel, weil steigende Spritpreise politisch belasten.

Das US-Militär hat nach Angaben aus Washington seine Seeblockade gegen den Iran inzwischen erneuert, um das Land von Einnahmen aus dem Rohölexport abzuschneiden. Ölausfuhren sind die wichtigste Einnahmequelle des Machtapparats in Teheran.

Das Rahmenabkommen vom Juni sah außerdem weitere Verhandlungen über Irans Atomprogramm vor. Vor allem Israel, aber auch die USA und mehrere andere Staaten werfen dem Iran wegen seines Urananreicherungsprogramms vor, am Bau von Atombomben zu arbeiten. Teheran weist das zurück und pocht auf sein Recht zur zivilen Nutzung der Atomkraft. Experten rechnen bei diesem Streitpunkt nicht mit einer schnellen Einigung.

Die angebliche Bedrohung durch das iranische Atomprogramm gehörte auch zu den Begründungen, mit denen Trump Ende Februar die amerikanisch-israelischen Angriffe auf den Iran rechtfertigte. Anfangs hatte er erklärt, der Krieg werde nur wenige Wochen dauern. Inzwischen geht der Konflikt in den sechsten Monat.

Iran drohte vor geplanter Angriffswelle mit Gegenangriffen

Trump hatte erst am Freitag angekündigt, man werde den Iran "sehr hart" angreifen – und "irgendwann werden sie es nicht mehr aushalten können". Mehrere US-Medien berichteten übereinstimmend über einen bevorstehenden Großangriff auf Ziele im Iran, der auch die Energieinfrastruktur des Landes treffen sollte.

Teheran drohte daraufhin mit Gegenangriffen auf kritische Infrastruktur in Israel und in den Staaten am Persischen Golf. Seit Beginn des Krieges reagierte der Iran auf US-Attacken wiederholt mit Angriffen auf Ziele in Golfstaaten, in denen sich auch amerikanische Militärstützpunkte befinden.

Irans Außenminister Abbas Araghtschi warnte am Samstag in einem Gespräch mit seinem saudi-arabischen Kollegen Faisal bin Farhan vor einer neuen militärischen Eskalation im Krieg mit den USA. Die Streitkräfte seines Landes würden auf jeden Akt der Aggression entschlossen reagieren, schrieb er auf Telegram. Bei neuen Angriffen trügen die USA, Israel sowie beteiligte Staaten in der Golfregion die volle Verantwortung.

Saudi-Arabien ruft Trump zur Deeskalation auf

Saudi-Arabiens Kronprinz und Ministerpräsident Mohammed bin Salman hat Trump in einem Telefonat zur Deeskalation aufgefordert. Der faktische Herrscher des Königreichs habe auf Dialog gedrängt, um eine weitere Zuspitzung zu verhindern, meldete die staatliche Nachrichtenagentur SPA. Wann genau das Gespräch stattfand, blieb zunächst unklar. Zuvor hatte bereits die US-Nachrichtenseite Axios über den Austausch berichtet.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

Zurück zur Startseite →
Kommentare 0
Hinterlassen Sie Ihren Kommentar

TOP Neueste Meldungen