In Deutschland hat es in diesem Jahr bereits häufiger geblitzt als im gesamten Jahr 2025. Nach Angaben des österreichischen Blitzinformationsdienstes Aldis/Blids registrierten die Messsysteme bis Ende Juli 104.804 Blitzeinschläge. Im kompletten Jahr 2025 waren es dagegen 99.930.
Die Gewittersaison ist damit noch nicht abgeschlossen. Erfahrungsgemäß treten auch im August und teils noch im September zahlreiche Blitze auf.
Im Vergleich zu den vergangenen Jahren bewegt sich die aktuelle Zahl allerdings nicht auf einem außergewöhnlich hohen Niveau. In den Jahren 2022, 2023 und 2024 wurden insgesamt zwischen knapp 150.000 und knapp 210.000 Einschlägen gezählt. Allerdings war jeweils schon bis Ende Juli mehr als die Hälfte der Blitze registriert worden. Noch weiter zurückreichende Vergleiche sind wegen geänderter Messmethoden nur eingeschränkt aussagekräftig.
Bayern führt die Statistik an
Die meisten Blitze wurden bislang in Bayern erfasst. Dort schlug es seit Jahresbeginn 24.267-mal ein. Wegen seiner Größe und der Nähe zu den Alpen, wo Gewitter besonders begünstigt werden, steht der Freistaat in der Blitzstatistik häufig an der Spitze. Den bayerischen Jahreswert von 2025 hat das Land bislang aber noch nicht erreicht.
Auffällig ist in diesem Jahr vor allem die Entwicklung in Niedersachsen und Schleswig-Holstein. Beide Bundesländer liegen schon jetzt um mehrere Tausend Einschläge über ihren Werten aus dem Jahr 2025.
Ob ein Jahr besonders blitzreich oder eher blitzarm ausfällt, hängt vor allem davon ab, ob Hitze und Feuchtigkeit zusammenkommen. Diese Kombination fördert die Bildung von Gewittern. In sehr trockenen Jahren oder in Sommern mit niedrigen Temperaturen werden meist weniger Blitze registriert.
Dabei ist zu beachten, dass sich Blitzstatistiken je nach Mess- und Zählweise unterscheiden können. Aldis/Blids erfasst ausschließlich Wolke-Erde-Blitze und zählt sogenannte Flashes. Leuchtet ein Blitz mehrfach auf, wird das trotzdem nur als ein Einschlag gewertet.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber