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Mit Kot beschmiert? Wie Tiere der Hitze trotzen

Kot an den Beinen, Handstand gegen Hitze: Mit diesen verblüffenden Tricks kämpfen Störche, Libellen & Co. ums Überleben.

31.07.2026, 04:30 Uhr

Extreme Hitze setzt auch Wildtieren massiv zu

Nicht nur Menschen leiden unter Hitzewellen: Hohe Temperaturen bringen auch viele Tiere an ihre Grenzen, teils mit ernsten Folgen. Nach Angaben von Inga Olfen von der Deutschen Wildtierstiftung versuchen die meisten Arten, in solchen Phasen kühle Plätze und Wasserstellen aufzusuchen, ihren Energieverbrauch zu senken und ihre Aktivitäten in die Nacht oder in die frühen Morgenstunden zu verlagern.

Manche Arten sind besonders stark betroffen

Vor allem einige Wildtiere reagieren sehr empfindlich auf anhaltende Trockenheit und Hitze.

  • Die Berliner Stadt- und Landschaftsökologin Dagmar Haase erklärt, dass vor allem Amphibien und junge Vögel schnell in Gefahr geraten. Austrocknende Tümpel und überhitzte Nester könnten für sie tödlich sein.
  • Auch Insekten hätten zu kämpfen: Wenn Böden ausdörren und Blüten kaum noch Nektar liefern, könnten Bestände teilweise zusammenbrechen.
  • Problematisch sei extreme Wärme zudem für Fledermäuse, sagt Tanja Straka von der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf. Gerade Dachböden, in denen viele Tiere ihre Jungen großziehen, könnten sich stark aufheizen, während kühlere Ausweichorte fehlten. Da Fledermäuse etwa bei der natürlichen Schädlingskontrolle eine wichtige Rolle spielten, könne ihr Rückgang ganze Ökosysteme beeinträchtigen.
  • Laut Olfen werden nach längeren Hitzeperioden immer wieder entkräftete oder tote Maulwürfe gefunden. Trockene, harte Böden erschwerten ihnen das Leben zusätzlich, weil Regenwürmer – ihre wichtigste Nahrung – tiefer in die Erde wandern und damit schwer erreichbar werden.
  • Haase weist außerdem darauf hin, dass der Kampf um immer knapperes Wasser neue Risiken schaffen kann. Wenn sich viele Tiere an wenigen verbleibenden Gewässern drängen, könnten sich Viren und Parasiten schneller verbreiten. Das könne am Ende auch für Menschen problematisch werden.

Wie Tiere sich gegen die Hitze wehren

Viele Arten haben eigene Strategien entwickelt, um mit hohen Temperaturen besser zurechtzukommen.

Toter Maulwurf
Für Maulwürfe sind trockene Böden ein großes Problem. Sie können dadurch sogar sterben. Quelle: Patrick Pleul/dpa
  • Anders als Menschen können viele Tiere nicht schwitzen. Füchse und einige Vogelarten kühlen sich deshalb durch Hecheln ab.
  • Tauben nutzen das sogenannte Kehlflattern: Dabei lassen sie die Muskeln im Rachenbereich schnell schwingen, sodass feuchte Schleimhäute Wärme abgeben können.
  • Libellen verringern laut Olfen die dem Sonnenlicht ausgesetzte Körperfläche, indem sie ihr Hinterteil nach oben strecken – fast wie bei einem kleinen Handstand.
  • Besonders ungewöhnlich ist die Methode der Störche: Sie verteilen ihren eigenen Kot auf den Beinen, um sich dadurch vor Überhitzung zu schützen.

So können Menschen helfen

Wer Tiere in heißen Zeiten unterstützen möchte, kann schon mit einfachen Mitteln etwas bewirken.

  • Im Garten oder auf dem Balkon können flache Wasserschalen aufgestellt werden.
  • Steine oder andere kleine Landeplätze helfen Vögeln und Insekten beim sicheren Zugang.
  • Wichtig ist, das Wasser jeden Tag zu erneuern.
  • Generell brauche es in Gärten und Städten mehr Bäume, mehr offene Wasserflächen und mehr Bereiche, über die Verdunstung für Kühlung sorgen kann.

Auch Tanja Straka rät dazu, bekannte Tierquartiere im Blick zu behalten. Wenn Nist- oder Ruheplätze regelmäßig von außen kontrolliert würden, könnten geschwächte oder überhitzte Tiere früh erkannt und bei Bedarf in eine geeignete Wildtierstation gebracht werden.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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