Nach der Zerlegung des toten Buckelwals in Dänemark haben mehrere Museen Interesse an Überresten des als „Timmy“ bekannt gewordenen Tieres bekundet. Daniel Klingberg Johansson, Leiter der Sammlung des Naturhistorischen Museums in Kopenhagen, sagte der Deutschen Presse-Agentur, man habe einige Knochen gesichert, darunter eine Flosse, Beckenknochen und Wirbel. Eine eigene Ausstellung sei vorerst jedoch nicht geplant. Stattdessen hätten sich Häuser in Dänemark, Deutschland und den Niederlanden für die Knochen gemeldet.
Nach Angaben Johanssons geht es dabei auch darum, unterschiedliche Blickwinkel auf Fragen wie den Umgang des Menschen mit Tieren und der Natur sichtbar zu machen. Der Fall des Buckelwals hatte in Dänemark und Deutschland viel Kritik ausgelöst. Das geschwächte Tier war zuvor mehrfach an deutschen Küsten gestrandet. Eine private Initiative brachte den Wal anschließend entgegen wissenschaftlicher Empfehlungen mit einem Lastschiff in die Nordsee und setzte ihn dort aus. Wenig später starb das Tier und wurde schließlich tot an den Strand der dänischen Insel Anholt gespült.
Wal-Knochen könnten auch in 200 Jahren noch Erkenntnisse liefern
Ein Team aus Wissenschaftlern und Tierärzten untersuchte den Kadaver. Dabei stellte sich unter anderem heraus, dass es sich um ein Weibchen handelte. Johansson erklärte, wegen der enormen Größe des Wals wären deutlich größere Investitionen nötig gewesen, um das komplette Skelett zu bergen und zu konservieren. Deshalb seien nur einzelne Teile gesichert worden.

Gestrandete Wale sind in Dänemark keine Seltenheit. In einem dänischen Museum ist derzeit bereits das Skelett eines etwas kleineren Buckelwals zu sehen. Dennoch haben auch die neuen Funde hohen wissenschaftlichen Wert. So nahm das Museum unter anderem drei Gehörknochen an sich. Laut Johansson handelt es sich dabei um besonders dichtes Knochenmaterial, aus dem sich selbst nach 200 Jahren noch DNA gewinnen lassen könnte.
Während einige Überreste von „Timmy“ möglicherweise langfristig in Museen gezeigt werden, wurde der übrige Kadaver in eine Fabrik gebracht. Dort sollten die verbliebenen Teile unter anderem zu Biodiesel verarbeitet werden.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion