Politik

Käfigkampf vorm Weißen Haus: So feiert Trump seinen 80.

Trump bekam zum 79. eine Militärshow – jetzt plant Washington das nächste Spektakel. Was dahintersteckt und warum es Kritik hagelt.

14.06.2026, 03:37 Uhr

UFC-Show vor dem Weißen Haus an Trumps 80. Geburtstag sorgt für Streit

US-Präsident Donald Trump wird heute 80 Jahre alt und will den Abend mit einem umstrittenen Kampfsportevent direkt vor dem Weißen Haus verbringen. Auf dem Südrasen seines Amtssitzes sollen ab 20.00 Uhr Ortszeit (Montag, 2.00 Uhr MESZ) Käfigkämpfe der Profiliga Ultimate Fighting Championship (UFC) ausgetragen werden. Kritiker versuchten, die Veranstaltung per Klage zu stoppen, scheiterten damit aber.

Schon an Trumps 79. Geburtstag hatte es in Washington ein Ereignis gegeben, das heftige Debatten auslöste. Damals verfolgte der Präsident eine Militärparade mit schweren Panzern, Fallschirmspringern und Helikoptern. Offiziell ging es um das 250. Gründungsjubiläum des US-Heeres. Für viele wirkte die Inszenierung jedoch eher wie eine persönliche Huldigung für Trump. Ein ähnlicher Vorwurf wird nun erneut laut.

Auch diesmal wird das Spektakel offiziell nicht mit dem Geburtstag des Präsidenten begründet. Als Anlass nennen die Veranstalter die Feierlichkeiten zum 250. Unabhängigkeitstag der Vereinigten Staaten. Der fällt allerdings eigentlich auf den 4. Juli.

Worum es bei den Käfigkämpfen geht

Organisiert wird der Abend von der UFC, der bekanntesten Liga im Mixed Martial Arts (MMA). In diesem Sport werden Techniken aus mehreren Disziplinen kombiniert, darunter Boxen, Ringen, Kickboxen, Karate und Jiu-Jitsu. Anders als beim Wrestling sind die Kämpfe nicht choreografiert. Blutige Szenen, Knochenbrüche oder K.o.-Schläge gehören immer wieder dazu. Auch Provokationen und öffentliche Demütigungen zwischen den Kämpfern sind Teil der UFC-Inszenierung.

In Deutschland galt MMA zu Beginn der 2000er Jahre lange als fragwürdiger Randsport, zeitweise durften Kämpfe sogar nicht im Fernsehen gezeigt werden. Inzwischen ist die Sportart deutlich populärer geworden. In den USA ist sie vor allem bei männlichen Zuschauern sehr beliebt.

Trump selbst hat UFC-Veranstaltungen bereits mehrfach besucht. Er gilt als begeisterter Anhänger des Sports und pflegt ein enges Verhältnis zu UFC-Chef Dana White, der ihn auch im Wahlkampf unterstützt hatte.

Wie das Event das Bild Washingtons prägt

Dass sich vor dem Machtzentrum der US-Regierung ein Großereignis vorbereitet, ist in Washington seit Wochen sichtbar. Schon lange vor dem ersten Kampf begann auf dem Gelände des Weißen Hauses der Aufbau einer gewaltigen Arena. Die achteckige Konstruktion mit Käfigcharakter ist von Tribünen für mehr als 4.000 Zuschauer umgeben. Darüber spannt sich eine riesige Kuppel mit dem Namen „The Claw“ („Die Kralle“), die das Weiße Haus optisch fast in den Hintergrund rückt.

Zusätzlich wird im nahegelegenen Ellipse-Park ein Fan-Fest veranstaltet. Es begann bereits am Samstag. Für die Übertragung des Kampfabends am Sonntag werden dort mehr als 120.000 Besucher erwartet. Wegen der Sicherheitsmaßnahmen sind zahlreiche Straßen in der Umgebung abgesperrt.

Schon am Freitag waren in der Hauptstadt Fans in UFC-Shirts unterwegs, darunter auch der 18-jährige Jordan aus dem Nachbarstaat Virginia. Er bezeichnete den Austragungsort am Weißen Haus als „etwas seltsam“. Für blutige Kämpfe sei das wohl nicht der passendste Ort. Abgesehen von der Politik freue er sich aber sehr auf die Veranstaltung.

Woran sich die Kritik entzündet

Die Begeisterung teilen viele Amerikaner nicht. Gegner des Events zogen sogar vor Gericht. Sie werfen Trump vor, UFC-Chef White und dessen Unternehmen privilegierten Zugang zum Weißen Haus zu verschaffen, um dort ein privates und gewinnorientiertes Sportereignis auszurichten – mitsamt allen Werbe- und Vermarktungsvorteilen. Das Gericht wies die Klage jedoch ab, unter anderem mit der Begründung, sie sei zu spät eingereicht worden.

Zusätzliche Kritik gibt es wegen Trumps finanzieller Verbindungen. Aus veröffentlichten Transaktionsdaten des Präsidenten geht hervor, dass er Ende März Aktien des UFC-Mutterkonzerns TKO im Wert von bis zu 50.000 Dollar erhielt. Kritiker sehen darin einen möglichen Interessenkonflikt.

Für weiteren Unmut sorgt die Übertragung des Kampfabends auf Paramount+. Gegner vermuten, dass das Event auch dazu dienen soll, dem Streamingdienst neue Abonnenten zu verschaffen. Hinter Paramount steht die Familie des Software-Milliardärs Larry Ellison, der als Unterstützer Trumps gilt.

Welche Proteste geplant sind

An den Protesten beteiligt sich auch die Bewegung „No Kings“, die in den USA durch große Demonstrationen gegen Trumps Politik bekannt wurde. Vor einem Jahr folgten Millionen Menschen ihrem Aufruf zu Aktionen an Trumps Geburtstag.

Auch in diesem Jahr sind landesweit Veranstaltungen geplant, die zeitlich ungefähr mit dem Beginn des UFC-Events zusammenfallen. Statt klassischer Straßenproteste setzen die Organisatoren diesmal auf sogenannte Watch Parties. Wer das Kampfspektakel ablehnt, soll sich in Wohnzimmern, Gemeindezentren oder Geschäften versammeln und ein Konzert in New York verfolgen. Nach Darstellung der Veranstalter soll damit ein Gegenakzent gesetzt werden, während der Präsident mit dem Käfigkampf-Spektakel von anderen Themen ablenke.

Nach Angaben des veranstaltenden „Committee for the First Amendment“ sollen bei dem Konzert prominente Gäste wie Jane Fonda, Bette Midler, Julia Roberts, Rufus Wainwright und Patti Smith auftreten. Die Aktion soll auf den ersten Zusatzartikel der US-Verfassung aufmerksam machen, der unter anderem Meinungs-, Presse- und Versammlungsfreiheit schützt. Kritiker befürchten, dass genau diese Grundrechte unter Trump durch autokratische Tendenzen unter Druck geraten könnten.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion

Zurück zur Startseite →
Kommentare 0
Hinterlassen Sie Ihren Kommentar

TOP Neueste Meldungen