Nagelsmann reagiert gelassen auf Spekulationen um seine Zukunft
Julian Nagelsmann hat die Debatte um Aussagen der TV-Experten Jürgen Klopp und Thomas Müller zu seiner Zukunft als Bundestrainer weiter heruntergespielt. Auf der Pressekonferenz vor dem WM-Start der deutschen Nationalmannschaft gegen Curaçao hatte er eine erste Frage dazu noch knapp abgebügelt: „Gut, dann nächste Frage.“ Als das Thema später erneut aufkam, wollte er sich öffentlich ebenfalls nicht näher festlegen.
Unmittelbar vor dem Turnierauftakt äußerte sich der 38-Jährige in der ARD dann etwas ausführlicher. Entscheidend sei für ihn jetzt, die Mannschaft so einzustellen, dass sie ein gutes Turnier spiele, sagte Nagelsmann. Zugleich müsse das Team danach auch in der Lage sein, über die WM hinaus weiter gute Spiele zu machen. Sein Fokus liege damit klar auf der sportlichen Aufgabe.
Klopp und Müller sorgen als TV-Experten für Aufsehen
Für Wirbel hatten Klopp und Müller bereits während der Übertragung des WM-Eröffnungsspiels bei MagentaTV gesorgt. Als über die deutsche Startelf gegen Curaçao gesprochen wurde, sagte Klopp: „Zum Glück stellt Julian Nagelsmann die Mannschaft auf“ – und schob dann ein viel beachtetes „noch“ hinterher.
Müller griff den Satz direkt scherzhaft auf und entgegnete: „Kloppooooo. Wir haben Juni. Du bist schon im September.“ Beide lachten über den Austausch, der Spekulationen über Nagelsmanns Zukunft neuen Stoff gab. Klopp gilt für viele Beobachter als möglicher Nachfolger, sollte es nach der WM zu einem Wechsel auf dem Bundestrainer-Posten kommen.
Zusätzlich hatten Klopp und Müller angeregt, wegen der langen Verletzungspause von Jamal Musiala auf Deniz Undav als Zehner zu setzen. Klopp relativierte diese Einschätzung später jedoch wieder.
Müller kündigt an, sich nicht zurückzuhalten
Thomas Müller reagierte inzwischen selbst auf die Kritik an den Aussagen. Bei MagentaTV betonte der Ex-Nationalspieler, dass die Diskussionen bewusst leidenschaftlich geführt würden. Es gehe ihm und Klopp darum, Begeisterung für die Mannschaft und das Turnier zu transportieren.
Beide seien „Riesenfans der Mannschaft“ und würden taktisch, inhaltlich und vor allem sachlich diskutieren, sagte Müller. Zugleich räumte er ein, dass bei ihnen immer auch ein wenig „Schmäh“ dabei sei. Da könne schon einmal etwas herausrutschen, das populistisch Wellen schlage. Verbieten oder verbiegen lassen wolle er sich deshalb aber nicht. Ziel bleibe, die Mannschaft zu unterstützen und dabei auch gute Laune zu verbreiten.
Effenberg und Möller nennen Klopps Aussage ein No-Go
Die schärfste Kritik kam von Stefan Effenberg. In der Sport1-Sendung „Doppelpass“ sagte der frühere Nationalspieler, ein solcher Spruch sei vor einem Millionenpublikum unangebracht. So etwas könne man vielleicht mit einem Bier an der Bar sagen, aber nicht in einer TV-Übertragung. Für Effenberg war Klopps „Noch“-Bemerkung ein absolutes No-Go.
Auch Andreas Möller hatte sich bereits kritisch geäußert. Der frühere Nationalspieler nannte die Formulierung respektlos, weil klar sei, welche Wirkung ein solcher Satz in der Öffentlichkeit entfalte.
Zustimmung für Nagelsmann bei der Musiala-Frage
Lob bekam Nagelsmann dagegen von Lothar Matthäus. Der Rekordnationalspieler hatte die Entscheidung des Bundestrainers unterstützt, Jamal Musiala im zentralen Mittelfeld einzusetzen.
Nagelsmann selbst wollte die vielen Wortmeldungen von Experten insgesamt nicht überbewerten. Es gebe viele Meinungen, und erfolgreiche Fußball-Persönlichkeiten wie Klopp und Müller könnten natürlich über alles sprechen, was sie wollten. Für ihn zähle vor allem ein gelungener Start ins Turnier gegen Curaçao.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion