Weiterer US-Bürger bei Ebola-Ausbruch im Kongo infiziert
Während des schweren Ebola-Ausbruchs in der Demokratischen Republik Kongo hat sich ein weiterer US-Staatsbürger mit dem Virus angesteckt. Wie die US-Seuchenschutzbehörde CDC mitteilte, arbeitet die betroffene Person für eine Hilfsorganisation im Kongo. Ob es sich um einen Mann oder eine Frau handelt, wurde zunächst nicht bekanntgegeben.
Nach Angaben der Behörde fiel der Test auf die derzeit zirkulierende Bundibugyo-Variante positiv aus. Gemeinsam mit der betroffenen Organisation, den Gesundheitsbehörden im Kongo und weiteren Partnern unterstützt die CDC nun die Nachverfolgung von Kontaktpersonen sowie die Einschätzung möglicher Risiken, um zusätzliche Infektionen zu vermeiden.
Zuvor bereits US-Arzt und französischer Mediziner betroffen
Es ist der zweite öffentlich bekannte Fall eines US-Bürgers, der sich im Zusammenhang mit dem aktuellen Ausbruch im Kongo infiziert hat. Bereits zuvor hatte sich ein US-Arzt im Osten des Landes angesteckt. Er wurde zur Behandlung nach Deutschland gebracht und in der Berliner Charité versorgt. Inzwischen konnte er nach überstandener Krankheit entlassen werden.
Schon Ende Juni war das Virus erstmals auch in Europa nachgewiesen worden. In Frankreich wurde ein Arzt einer humanitären Organisation, der aus dem Ostkongo zurückgekehrt war, positiv auf das Bundibugyo-Virus getestet. Nach Angaben des französischen Gesundheitsministeriums kam der Mann direkt nach seiner Ankunft in Isolation. Anfang Juli durfte er das Krankenhaus nach negativen Testergebnissen und ohne Symptome wieder verlassen.
Besonders schnelle Ausbreitung der aktuellen Epidemie
Ebola ist eine schwere, oft lebensgefährliche Viruserkrankung. Die Ansteckung erfolgt durch direkten Körperkontakt oder den Kontakt mit Körperflüssigkeiten. Nach Angaben der Regierung der Demokratischen Republik Kongo wurden seit Beginn des jüngsten Ausbruchs im Mai 1.830 Infektionen labordiagnostisch bestätigt. 648 Menschen sind demnach nachweislich an der Krankheit gestorben.
Gesundheitsexperten weisen darauf hin, dass sich die Fallzahlen bei keinem früheren Ebola-Ausbruch so schnell erhöht hätten wie diesmal. Die Eindämmung gilt als besonders schwierig, weil gegen die Bundibugyo-Variante bislang weder ein zugelassener Impfstoff noch eine gezielte Behandlung verfügbar ist.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber