Wirtschaft

Preis-Schock? E-Autos und Verbrenner fast gleich teuer

E-Autos wurden teurer – doch plötzlich steigen die Rabatte wieder. Hinter der Wende steckt ein überraschender Auslöser.

06.10.2026, 05:00 Uhr

Die Kaufpreise von Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor und reinen Elektroautos rücken laut einer aktuellen Untersuchung wieder etwas näher zusammen. Bei den jeweils 25 meistverkauften Modellen in Deutschland lagen E-Autos im September im Schnitt noch 2.124 Euro über dem Preis von Verbrennern. Gegenüber August verringerte sich der Abstand damit um 125 Euro, wie Autoexperte Ferdinand Dudenhöffer ermittelte.

Aus der regelmäßigen Marktanalyse des privaten Center Automotive Research (CAR) geht hervor, dass der Preisaufschlag für Stromer im Dezember 2025 noch 1.328 Euro betragen hatte. Bis Juli kletterte er dann auf 2.363 Euro. Trotz der jüngsten Annäherung liegen Elektroautos damit weiterhin fast 800 Euro über dem Niveau vom Dezember. Im längerfristigen Vergleich bleibt die Differenz allerdings moderat: Im Oktober 2024 hatte sie noch bei mehr als 6.500 Euro gelegen, in der frühen Phase der Elektromobilität teils sogar bei 15.000 Euro.

Dudenhöffer hatte den Preisanstieg bis Juli mit einem damals günstigen Umfeld für E-Autos erklärt. Hohe Kraftstoffpreise und staatliche Förderungen hätten die Nachfrage gestützt, sodass aus Herstellersicht zusätzliche Verkaufsanreize zunächst nicht nötig gewesen seien.

Neue Modelle erhöhen den Druck auf die Preise

Inzwischen zeigt sich jedoch eine andere Entwicklung. Bei den 25 meistverkauften Elektroautos sind die Rabatte zuletzt wieder gestiegen. Im September lag der durchschnittliche Nachlass bei 17,9 Prozent, nachdem es im August 17,4 Prozent gewesen waren.

ID. Polo
Autos wie der ID. Polo von Volkswagen erhöhen Dudenhöffer zufolge den Preisdruck auf ältere Modelle. (Archivbild) Quelle: Kay Nietfeld/dpa

Nach Einschätzung des Instituts hängt das auch mit neuen, günstigeren E-Autos zusammen, die auf den Markt kommen. Vor allem Modelle wie der VW ID. Polo und weitere Neuheiten aus dem Volkswagen-Konzern setzen laut Dudenhöffer ältere elektrische Kleinwagen zunehmend unter Druck. Er rechnet damit, dass sich dieser Trend in den kommenden Monaten noch verstärken wird.

CAR betrachtet bei seiner Auswertung sogenannte Transaktionspreise. Dabei werden die Listenpreise um die im Internet und über Vermittler ermittelten Rabatte bereinigt. Zusätzlich fließen nach Angaben des Instituts Daten des Kraftfahrt-Bundesamtes in die Analyse ein. Die frühere staatliche Kaufprämie für Elektroautos wurde in diesem Preisvergleich allerdings nicht berücksichtigt.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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