München nimmt mit Oktoberfest-Lizenzen für Influencer über 100.000 Euro ein
Die Stadt München hat durch Lizenzen für Influencer sowie Werbe- und Unternehmensauftritte rund um das Oktoberfest mehr als 100.000 Euro eingenommen. Nach Angaben einer Sprecherin des Wirtschaftsreferats bewegen sich die Erlöse im unteren sechsstelligen Bereich. Das Geld soll gezielt zum Schutz der Marke Oktoberfest verwendet werden.
Bis zum Tag nach dem Ende der Wiesn wurden demnach etwa 450 Lizenzen vergeben. Dabei handle es sich um Genehmigungen für Influencer ebenso wie für werbliche oder unternehmerische Nutzungen. Die Zahl könnte noch steigen, da die Auswertung noch nicht abgeschlossen ist.
Nachträgliche Genehmigungen kosten mehr
Wer Inhalte zur Wiesn zunächst ohne Erlaubnis veröffentlicht und später von der Stadt erfasst wird, muss mit höheren Kosten rechnen. Nicht vorab lizenzierte Beiträge müssten nachträglich genehmigt werden und seien wegen des zusätzlichen Aufwands teurer, hieß es aus dem Referat. Das gesamte Projekt werde weiterhin geprüft, auch weil das Screening noch laufe.
Wie hoch die Gebühren im Einzelfall ausfallen, nennt die Stadt nicht. Begründet wird das damit, dass bei Verträgen mit Dritten keine konkreten Summen veröffentlicht würden. Zudem gibt es laut Stadt eine Bagatellgrenze für Beiträge, die nur geringe Einnahmen erzielen.
Grundlage für die Lizenzkosten seien stets die Einnahmen, die mit einem Beitrag erzielt werden. Die genaue Höhe richte sich unter anderem nach der Reichweite und danach, auf welche Weise der Inhalt auf der jeweiligen Plattform zu Geld gemacht wird.

Neue Regel sorgte für Diskussionen
Die neue Vorgabe hatte unter Influencern für Unmut gesorgt. Seit diesem Jahr benötigen Personen eine Genehmigung, wenn sie mit Social-Media-Inhalten vom Oktoberfest direkt oder indirekt kommerzielle Ziele verfolgen, etwa durch Sponsoring, Kooperationen oder Produktplatzierungen. Die Stadt verweist darauf, dass hinter Veröffentlichungen auf Plattformen wie YouTube oder TikTok inzwischen ein eigenständiger Wirtschaftszweig stehe.
Eine Sprecherin des Wirtschaftsreferats betonte, dass Beiträge vom Oktoberfest grundsätzlich weiterhin willkommen seien. Wer jedoch mit dem Fest Einnahmen erziele, solle sich auch daran beteiligen. Das gelte nicht nur für Influencer, sondern ebenso für Wirte und Schausteller.
Auch Cathy Hummels war von der Regelung betroffen. Die Influencerin entrichtete für ihren "Wiesen-Bummel" Lizenzgebühren und sicherte damit zugleich eine entsprechende Genehmigung für ihre Gäste.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber