Deutschland hat im ersten Quartal erstmals seit 2023 wieder mehr Strom ins Ausland verkauft als von dort bezogen. Nach Angaben der Bundesnetzagentur wurden von Januar bis März 17,9 Terawattstunden exportiert, während die Importe bei 15,3 Terawattstunden lagen. Damit verzeichnete Deutschland zum ersten Mal seit dem vierten Quartal 2023 wieder einen Nettoexport. Im ersten Quartal 2025 hatte es noch einen Importüberschuss von 4,0 Terawattstunden gegeben.
Als wesentlichen Grund nennt die Behörde die im Vergleich zu vielen Nachbarstaaten stärker gesunkenen Großhandelspreise in Deutschland. Für Energieversorger im Ausland sei es dadurch häufiger wirtschaftlich attraktiv gewesen, Strom aus Deutschland zu beziehen. Gleichzeitig habe es für deutsche Anbieter seltener einen Anreiz gegeben, Elektrizität im Ausland einzukaufen.
Österreich wichtigste Abnehmernation
Der größte Teil der deutschen Stromausfuhren ging im ersten Quartal erneut nach Österreich. Besonders stark legten die Exporte nach Dänemark und Norwegen zu. Deutlich zurück gingen dagegen die Lieferungen nach Frankreich, die im Vergleich zum Vorjahreszeitraum etwa um die Hälfte sanken.
Auf der Importseite war Dänemark der wichtigste Lieferant für Deutschland. Dahinter folgten die Niederlande und Frankreich.
Erneuerbare prägen den Stromhandel
Den größten Beitrag zu den deutschen Stromexporten lieferte Windenergie an Land. Insgesamt stammten nach Angaben der Bundesnetzagentur 57,1 Prozent der exportierten Strommenge aus erneuerbaren Quellen. Auch bei den Importen nahm der Anteil der Erneuerbaren zu und erreichte 50,2 Prozent. Unter den einzelnen Energieträgern stellte Kernenergie erneut den größten Anteil.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion