Wirtschaft

Commerzbank blitzt Unicredit mit diesem Angebot ab

Übernahmekrimi um die Commerzbank: Unicredit greift an – doch Frankfurt weist das Milliarden-Angebot scharf zurück.

18.05.2026, 13:13 Uhr

Commerzbank weist Übernahmeofferte der Unicredit zurück

Die Commerzbank hat das jüngste Übernahmeangebot der italienischen Unicredit klar zurückgewiesen. In einer in Frankfurt veröffentlichten gemeinsamen Stellungnahme erklärten Vorstand und Aufsichtsrat, den Anteilseignern werde keine angemessene Prämie geboten. Zudem fehle aus Sicht des Instituts ein nachvollziehbarer und belastbarer strategischer Plan für einen Zusammenschluss.

Nach Einschätzung der Commerzbank ist der Vorstoß der Unicredit zu vage und mit erheblichen Risiken verbunden. Die Mailänder Bank setze die zu erwartenden Ertragseinbußen zu niedrig an, überschätze mögliche Synergieeffekte und gehe von einer unrealistischen Umsetzungsdauer aus.

Besonders kritisch bewertet die Commerzbank den von Unicredit geplanten Personalabbau, die komplexe IT-Integration sowie mögliche Ertragsverluste durch Überschneidungen im Firmenkundengeschäft. Die von Unicredit erwarteten Synergien seien insgesamt weder belastbar noch überzeugend.

Vorstand und Aufsichtsrat empfehlen den Aktionären daher, das Tauschangebot nicht anzunehmen. Beide Gremien sind überzeugt, dass die Commerzbank mit der eigenständigen Umsetzung ihrer aktuellen Strategie und höheren Gewinnzielen mehr Wert schaffen kann. Konzernchefin Bettina Orlopp sagte, hinter dem von Unicredit als Zusammenschluss bezeichneten Vorhaben stecke in Wahrheit ein Restrukturierungsvorschlag, der massiv in das bewährte und profitable Geschäftsmodell der Commerzbank eingreifen würde.

Auch Aufsichtsratschef Jens Weidmann äußerte deutliche Kritik. Die aus seiner Sicht unausgereiften Vorstellungen der Unicredit gefährdeten sowohl die Kundenbeziehungen der Commerzbank als auch die Motivation der Beschäftigten.

Unicredit baut Zugriff auf Anteile aus

Parallel dazu hat sich Unicredit die Finanzierung für weitere Commerzbank-Anteile gesichert. Nach eigenen Angaben hielt das Institut am Montag 26,77 Prozent der Aktien und verfügte über Finanzinstrumente auf weitere 3,22 Prozent. Damit bleibt Unicredit mit insgesamt 29,99 Prozent knapp unter der Schwelle von 30 Prozent.

Zugleich meldete die Bank jedoch einen Anstieg ihrer Stimmrechte von zuvor 32,64 auf nun 38,87 Prozent. In dieser Zahl enthalten sind auch Kaufpreis-Sicherungen für weitere 8,88 Prozent der Anteile.

Übernahmekampf gewinnt an Schärfe

Bereits Anfang Mai hatte Unicredit ein freiwilliges Angebot für alle ausstehenden Commerzbank-Aktien vorgelegt. Für jede Aktie der Commerzbank bietet sie 0,485 neue Unicredit-Aktien. Auf diesem Weg will das Institut bis zum 16. Juni weitere Anteile einsammeln, ohne ein Pflichtangebot auslösen zu müssen, das deutlich teurer wäre. Eine Verlängerung der Offerte bis zum 3. Juli ist möglich.

Die Commerzbank kritisiert den rechnerischen Wert des Angebots als deutlich zu niedrig. Dieser liege spürbar unter dem langfristigen Wertschöpfungspotenzial des Unternehmens und auch unter dem aktuellen Börsenkurs. Nach Angaben der Bank notierte die Commerzbank-Aktie seit Bekanntgabe der Offerte an jedem Handelstag zum Schluss über dem Angebotspreis.

Unicredit ist in Deutschland bereits über die Hypovereinsbank aktiv und sieht bei einem Zusammenschluss Einsparpotenzial in Milliardenhöhe. Die Commerzbank stuft das Vorgehen der Italiener dagegen als feindlich ein. Unterstützung erhält sie dabei auch vom Bund, der gut zwölf Prozent der Anteile hält.

Mit ehrgeizigen Gewinn- und Renditezielen bis 2030 will die Commerzbank ihre Anteilseigner von einem eigenständigen Kurs überzeugen. Erst vor kurzem hatte das Institut zudem angekündigt, rund 3.000 Stellen abzubauen.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion

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