Wirtschaft

Kaufkraft zurück: Jetzt ist die Inflationsdelle weg

Alles wird teurer? Neue Zahlen zeigen: Bayern können sich trotzdem mehr leisten – und hängen den Rest Deutschlands ab.

24.06.2026, 11:05 Uhr

Kaufkraft in Bayern erreicht Rekordniveau

Die Menschen in Bayern verfügen über so viel Kaufkraft wie noch nie seit der deutschen Wiedervereinigung. Nach Angaben des Landesamts für Statistik lag sie im Jahr 2024 – neuere Daten gibt es bislang nicht – etwa 20 Prozent über dem Niveau von 1991. Damit sind auch die Einbußen aus den Jahren 2020 und 2021 inzwischen wieder ausgeglichen. Ausschlaggebend waren vor allem deutlich gestiegene Löhne und Renten, die die zeitweise hohe Inflation kompensierten.

Im Jahr 2024 erhöhten sich die verfügbaren Einkommen nominal um 3,1 Prozent. Da die Teuerungsrate mit 2,5 Prozent darunter lag, blieb unter dem Strich ein reales Plus von etwas mehr als einem halben Prozent. Besonders stark trugen Arbeitseinkommen und Sozialleistungen wie Renten zu diesem Zuwachs bei. Einnahmen aus Vermögen gingen hingegen leicht zurück.

Das verfügbare Einkommen gilt nach Einschätzung des Landesamts als wichtiger Maßstab für den materiellen Wohlstand. Es umfasst nicht nur Einkünfte aus Arbeit und Vermögen, sondern auch staatliche Leistungen wie Renten, Arbeitslosengeld, Grundsicherung oder Kindergeld. Gleichzeitig werden Steuern und Sozialabgaben davon abgezogen.

Hoffnung auf weiteres Plus im Jahr 2025

Für 2025 liegen zwar noch keine vollständigen Daten vor, dennoch gibt es Hinweise auf eine weitere positive Entwicklung. So stiegen die Löhne im vergangenen Jahr deutlich stärker als die Inflation, die mit 2,1 Prozent vergleichsweise moderat ausfiel.

Auch im Bundesvergleich steht Bayern an der Spitze: 2024 lag das verfügbare Einkommen bei 33.204 Euro je Einwohner. Dahinter folgen Hamburg mit 32.004 Euro und Baden-Württemberg mit 31.996 Euro. Der bundesweite Durchschnitt beträgt 30.069 Euro. Am unteren Ende der Rangliste liegt Sachsen-Anhalt mit 26.297 Euro pro Kopf. Allerdings sagt dieser Vergleich nur begrenzt etwas über die tatsächliche Kaufkraft aus, da sich die Lebenshaltungskosten regional teils deutlich unterscheiden.

Innerhalb Bayerns zeigen sich ebenfalls große Unterschiede. Nach früheren Untersuchungen des Instituts der deutschen Wirtschaft in Köln spielen dabei vor allem die Wohnkosten, also etwa Mieten, eine zentrale Rolle. Die aktuelle Statistik des Landesamts beleuchtet diese regionalen Preisunterschiede jedoch nicht näher. Für 2023 hatte das IW den Landkreis Starnberg als Spitzenreiter in Bayern eingestuft: Dort sind zwar die Lebenshaltungskosten hoch, die Einkommen aber noch höher. Auf Platz zwei lag der Landkreis Rhön-Grabfeld, wo solide Einkommen mit vergleichsweise niedrigen Lebenshaltungskosten zusammentreffen.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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