Wirtschaft

Jetzt neu: Girocard erobert Händler-Apps

Girocard vor großem Upgrade: Diese neuen Funktionen sollen Deutschlands Bezahlkarte stärken – doch Nutzer brauchen noch Geduld.

24.06.2026, 05:00 Uhr

Girocard soll deutlich mehr können

Die Girocard soll für Kundinnen und Kunden künftig attraktiver werden. Nach Angaben von Euro Kartensysteme könnten ab Frühjahr 2027 Zahlungen direkt in Apps möglich sein. Christopher Kirsch, Direktor für die Produktentwicklung der Girocard, sagte in Frankfurt, man spreche bereits mit mehreren großen Lebensmittelhändlern über eine Einbindung der Karte in deren Anwendungen. Auch bei der Veranstaltung „DK Info“ in Berlin steht die Weiterentwicklung des Bezahlsystems auf der Agenda.

Integration in Payback Pay geplant

Ein wichtiges Ziel ist die Anbindung der Girocard an Payback Pay. Bislang setzt der Bezahldienst des Bonusprogramms vor allem auf Lastschrift und Kreditkarten. Künftig soll auch die Girocard dort eingesetzt werden können. Zu den bekannten Partnern von Payback zählen unter anderem Aral, dm, Edeka und Thalia.

Neues Verfahren bei In-App-Zahlungen

Für das Girocard-System ist bei den geplanten In-App-Zahlungen zudem eine Neuerung vorgesehen: ein Whitelisting für Händler. Kundinnen und Kunden sollen Händler, bei denen sie regelmäßig einkaufen, als vertrauenswürdig markieren können. Bei solchen Anbietern wäre dann nicht mehr jede einzelne Zahlung mit einer zusätzlichen Authentifizierung verbunden.

Auch für Hotel und Mietwagen vorgesehen

Bereits Anfang kommenden Jahres könnte die Girocard außerdem für Hotelreservierungen und Mietwagenbuchungen nutzbar werden. Laut Kirsch haben die kartenausgebenden Institute wie Sparkassen und Volksbanken die technischen Voraussetzungen in ihren Systemen bereits geschaffen. Nun liefen Gespräche mit den weiteren Beteiligten. Für Händler sei diese Lösung günstiger als der Einsatz klassischer Kreditkarten.

Payback
Die Girocard soll in die Payback-App integriert werden. (Archivbild) Quelle: Elisa Schu/dpa

Elektronische Altersprüfung soll ausgeweitet werden

Ausgebaut werden soll zudem die Alterskontrolle per Girocard. Dieses Verfahren wird seit Mitte 2023 an Zigarettenautomaten genutzt. Wer dort mit der digitalen Girocard über Smartphone oder Smartwatch bezahlt, wird automatisch auf Volljährigkeit geprüft.

Künftig könnte diese Technik auch an SB-Kassen im Supermarkt oder an Verkaufsautomaten für Alkohol zum Einsatz kommen. Nach Einschätzung von Euro Kartensysteme dürfte die Einführung in diesem Bereich bald starten, weil auch Händler davon profitieren könnten.

Rund 100 Millionen Karten im Umlauf

In Deutschland sind nach Unternehmensangaben etwa 100 Millionen Girocards im Umlauf. Die Karte, die viele weiterhin als EC-Karte bezeichnen, ist hierzulande das meistgenutzte bargeldlose Zahlungsmittel.

Keine höheren Kosten, Plastikkarte bleibt vorerst

Trotz der neuen Funktionen soll die Girocard nicht teurer werden. Das Ziel sei, die bekannte Kosteneffizienz des Systems zu erhalten. Auch die physische Plastikkarte soll trotz fortschreitender Digitalisierung vorerst nicht verschwinden. Rein digitale Karten wären zwar grundsätzlich denkbar, wenn Kundinnen und Kunden das wünschen, doch aktuell bleibt die klassische Karte weiterhin bestehen.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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