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Nach dem Juwelen-Coup: So wurde der Louvre zum Prunksaal

Nach dem Mega-Coup öffnet der Louvre-Saal wieder – doch Kronen und Diamanten sind weg. Was Besucher jetzt in der Galerie erwartet

22.07.2026, 14:37 Uhr

Viele Schaulustige, aber keine Ausstellungsstücke: Neun Monate nach dem aufsehenerregenden Diebstahl ist die Galerie d’Apollon im Louvre wieder für das Publikum geöffnet. Wie der französische Sender TF1 berichtete, erschienen die ersten Besucher schon kurz nach der Wiedereröffnung. Sie fanden jedoch einen ungewohnten Anblick vor – ohne Vitrinen und ohne Schmuck.

Saal soll nicht mehr vom Diebstahl geprägt sein

Die bisherigen Exponate wurden aus dem Raum entfernt. Damit sollen nun wieder die kunstvoll gestalteten Decken, Skulpturen und Wandverzierungen im Mittelpunkt stehen. Louvre-Direktor Christophe Leribault bezeichnet die Öffnung des Saals ohne seine früheren Schätze als einen Neustart.

Der Raum solle nicht länger in erster Linie an den Einbruch vom 19. Oktober 2025 erinnern, sondern wieder als prächtige Galerie wahrgenommen werden, sagte Leribault am Tag vor der Öffnung. Die bislang dort gezeigten Sammlungen und wertvollen Objekte sollen künftig in einem fensterlosen Hochsicherheitsraum untergebracht werden.

Bei dem Einbruch waren acht Schmuckstücke aus zwei Vitrinen entwendet worden. Ihr geschätzter Wert liegt bei rund 88 Millionen Euro. Bis heute fehlt von den Juwelen jede Spur.

Einer der beeindruckendsten Räume im Louvre

Die Galerie d’Apollon war ursprünglich als Empfangssaal für Ludwig XIV., den sogenannten Sonnenkönig, vorgesehen. Über mehr als 200 Jahre hinweg wirkten einige der wichtigsten französischen Künstler an ihrer Ausstattung mit. Charles Le Brun entwarf die Deckengemälde, später ergänzten unter anderem Eugène Delacroix und François Girardon die Gestaltung. Mit einer Länge von über 61 Metern und einer Höhe von 15 Metern zählt der Saal bis heute zu den eindrucksvollsten Bereichen des Museums.

Die beim Einbruch beschädigte Krone von Kaiserin Eugénie wird derzeit restauriert. Laut Leribault sind nahezu alle Bestandteile erhalten geblieben. Wenn sie wieder im Louvre gezeigt wird, soll sie mehr Raum erhalten – sowohl für bessere Sicherheitsbedingungen als auch für einen reibungsloseren Besucherstrom.

Der Museumschef geht davon aus, dass die Geschichte rund um die Krone ihre Bekanntheit sogar noch steigern wird. Seine Einschätzung: Das Stück könnte durch den Vorfall noch berühmter werden – ähnlich wie die Mona Lisa nach ihrem Diebstahl im Jahr 1911.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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