England lässt nach Auftaktsieg Punkte liegen
So hatten sich Thomas Tuchel und Englands Nationalteam den zweiten Auftritt bei der WM nicht vorgestellt. Nach dem spektakulären 4:2 gegen Kroatien zum Start kamen die Three Lions gegen Ghana nur zu einem 0:0. Vor allem offensiv blieb England dieses Mal vieles schuldig und konnte nicht an die starke Leistung aus dem ersten Spiel anknüpfen.
Die größten Möglichkeiten vergaben Nico O’Reilly, der per Kopf nur die Latte traf, und Harry Kane, dessen Nachschuss in der 86. Minute über das Tor ging. Vor 63.983 Fans in Boston verpasste der Stürmer des FC Bayern damit die Chance, alleiniger englischer Rekordtorschütze bei Weltmeisterschaften zu werden. Mit weiterhin zehn Treffern liegt er weiter gleichauf mit Gary Lineker.
„Harry macht so einen Ball normalerweise rein. Wenn du gegen einen tief stehenden Gegner kein Tor erzielst, wird es extrem schwierig“, sagte Tuchel. „Die Chancen waren da, aber wir haben uns leider nicht belohnt.“
Kroatien gewinnt bei Modrics 200. Länderspiel
Luka Modric durfte in seinem 200. Einsatz für Kroatien immerhin einen wichtigen Erfolg feiern. Der Vizeweltmeister von 2018 und WM-Dritte von 2022 setzte sich gegen Panama mit 1:0 (0:0) durch und hält sich damit die Tür zur Zwischenrunde offen.
Vor 43.036 Zuschauern in Toronto erzielte Ante Budimir kurz nach seiner Einwechslung in der 54. Minute den einzigen Treffer der Partie. Kroatien hat nun drei Punkte und trifft zum Abschluss der Gruppe auf Ghana, das bei vier Zählern steht. Für Panama ist nach der zweiten Niederlage das Aus bereits besiegelt. Das letzte Spiel gegen England hat für die Mittelamerikaner damit keine sportliche Bedeutung mehr.

Muñoz schießt Kolumbien ins Sechzehntelfinale
Kolumbien steht vorzeitig in der K.-o.-Runde. Beim 1:0 (0:0) gegen die Demokratische Republik Kongo sorgte Daniel Muñoz in der 76. Minute für den entscheidenden Treffer. Es war der zweite Sieg im zweiten Gruppenspiel.
Zuvor hatte sich die Mannschaft um Bayern-Profi Luis Díaz lange die Zähne am starken kongolesischen Torhüter Lionel Mpasi ausgebissen. Mit sechs Punkten ist Kolumbien der Platz im Sechzehntelfinale nicht mehr zu nehmen. Im letzten Gruppenspiel gegen Portugal reicht den „Cafeteros“ sogar ein Unentschieden zum Gruppensieg.
Auch Kongo darf mit einem Punkt noch auf das Weiterkommen hoffen. Im letzten Gruppenspiel geht es gegen das bislang punktlose Usbekistan. Schon beim 1:1 gegen Mitfavorit Portugal hatte das Team überrascht und seinen ersten WM-Punkt überhaupt geholt.
Kanada und Schweiz weisen Spekulationen über Remis zurück
Vor dem direkten Duell haben Kanadas Trainer Jesse Marsch und der Schweizer Nationalcoach Murat Yakin Überlegungen zurückgewiesen, beide Teams könnten sich mit einem Unentschieden arrangieren. Ein Remis würde nämlich beiden Mannschaften sicher den Einzug ins Sechzehntelfinale bringen.
„Der schlechteste Weg zu einem Unentschieden ist, darauf zu spielen. Man muss auf Sieg gehen“, sagte Marsch mit Blick auf die Partie am Mittwoch in Vancouver.
Auch für die Schweiz ist ein Sieg das klare Ziel. Yakin verwies dabei auf einen möglichen Vorteil im weiteren Turnierverlauf: Als Gruppensieger gäbe es mehrere zusätzliche Tage zur Regeneration. Zudem würde der Erste der Gruppe B im Sechzehntelfinale auf einen der besten Gruppendritten treffen.
Neymar vor WM-Debüt für Brasilien
Brasiliens Superstar Neymar könnte im letzten Gruppenspiel erstmals bei diesem Turnier zum Einsatz kommen. Trainer Carlo Ancelotti erklärte, dass der Angreifer seine Wadenverletzung überwunden habe und wieder einsatzfähig sei.
Brasilien trifft in Miami auf Schottland. „Er kann spielen. Er hat sehr gut trainiert, ist fit und bereit“, sagte Ancelotti über den 34-Jährigen. Neymar hatte die bisherigen Gruppenspiele gegen Marokko (1:1) und Haiti (3:0) verpasst.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber