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Unglaublich: Brandopfer Himba ist endlich frei

Als Baby fast verbrannt, jetzt frei im Dschungel: Wie Orang-Utan Himba nach 15 Jahren Pflege das Unmögliche schaffte

24.06.2026, 06:00 Uhr

Orang-Utan Himba nach fast 15 Jahren wieder frei im Regenwald

Auf Borneo hat ein kleiner Orang-Utan nach einem langen Überlebenskampf den Weg zurück in die Natur geschafft. Das Tier mit dem Namen Himba wurde vor wenigen Tagen im Bukit-Baka-Bukit-Raya-Nationalpark im indonesischen Teil der Insel ausgewildert.

Als der Holzsammler Pendi Amat im Oktober 2011 das Rettungszentrum Nyaru Menteng erreichte, brachte er ein schwer verletztes Orang-Utan-Baby in einem Pappkarton mit. Das damals etwa sechs Monate alte Jungtier hatte massive Verbrennungen, hohes Fieber und schwebte in Lebensgefahr. Teile der Haut hatten sich bereits gelöst.

Opfer eines Waldbrandes

Himba war als Baby in einen verheerenden Waldbrand geraten. Solche Feuer vernichten auf Borneo immer wieder große Teile des Regenwaldes. Ursachen sind unter anderem Brandrodungen für Palmölplantagen sowie zunehmende Trockenheit infolge des Klimawandels. Tierschützer befürchten angesichts eines erneut starken El-Niño-Jahres weitere schwere Brände.

Himbas Mutter überlebte ihre Verletzungen nicht. Ihr Junges blieb schwer verbrannt und allein zurück. Denny Kurniawan, Programmleiter des BOS-Rettungszentrums, erinnerte daran, dass damals rund 70 Prozent von Himbas Körper von Verbrennungen betroffen waren.

Monate im Kampf ums Leben

Nach seiner Ankunft begann eine lange und intensive Behandlung. Laut Tierarzt Agus Fahroni wäre Himba für dringend notwendige Operationen zunächst viel zu schwach gewesen. Zuerst musste sein Zustand stabilisiert werden.

Orang-Utan Himba
Mit schweren Verbrennungen kam Himba vor fast 15 Jahren ins BOS-Rettungszentrum. Quelle: -/BOS Foundation/dpa

Das Team versorgte ihn mit Infusionen, Sauerstoff, Antibiotika und Schmerzmitteln. Rund um die Uhr wurde das Tier betreut. Besonders wichtig war dabei Pflegerin Mariana, die sich als Ersatzmutter um verwaiste Orang-Utans kümmert. Sie berichtete, dass sie von Anfang an eng mit Himba verbunden gewesen sei und er sich kaum von ihr lösen wollte.

Lernen für das Leben im Dschungel

Entgegen allen Befürchtungen erholte sich Himba nach und nach. Die Wunden heilten, neue Haut bildete sich, und das junge Tier nahm deutlich zu. Aus dem traumatisierten Baby wurde mit der Zeit ein neugieriger Orang-Utan.

Im sogenannten Waldkindergarten der BOS Foundation lernte Himba zunächst das Klettern. Später wurde er in der Waldschule auf ein Leben in Freiheit vorbereitet. Dort eignete er sich Fähigkeiten an, die junge Orang-Utans normalerweise von ihren Müttern lernen – etwa den Nestbau und die Nahrungssuche.

2019 kam Himba auf die Vor-Auswilderungsinsel Bangamat. Dort leben die Tiere unter möglichst natürlichen Bedingungen, bevor sie freigelassen werden. In dieser Phase entwickelte er sich zu einem geschickten Futtersucher und hielt zunehmend Abstand zu Menschen.

Auswilderung nach langer Reise

Mit der Freilassung im Nationalpark endete nun Himbas fast 15 Jahre dauernde Rehabilitation. Gemeinsam mit vier weiteren Orang-Utans wurde er nach einer rund 20-stündigen Reise, darunter acht Stunden per Boot, in den Regenwald gebracht.

Im Bukit-Baka-Bukit-Raya-Nationalpark leben damit nun 231 ausgewilderte Orang-Utans. Nach Angaben der BOS Foundation wurden seit 2012 insgesamt 561 Tiere erfolgreich in die Wildnis zurückgebracht.

Hoffnungsvoller Neubeginn

Beobachtungsteams begleiten die ausgewilderten Tiere, um ihren Start in der Freiheit zu überwachen. Daniel Merdes, Geschäftsführer von BOS Deutschland, bezeichnete Himbas Entwicklung als besonders bewegend. Dass ein so schwer verbrannter Orang-Utan nicht nur überlebt habe, sondern nun wieder als freies Tier im Regenwald leben könne, sei nahezu ein kleines Wunder.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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