Fußball

Jubiläums-Sieg: So jubelt Modric mit Kroatien

Kroatien wankt gegen Panama bedenklich – dann rettet ein Joker Modrics Jubiläum in letzter Not.

24.06.2026, 02:54 Uhr

Kroatien wahrt mit Arbeitssieg die Chance aufs Weiterkommen – große Bühne für Jubilar Modric

Luka Modric hat in seinem 200. Länderspiel mit Kroatien einen wichtigen Erfolg gefeiert. Der Vize-Weltmeister von 2018 und WM-Dritte von 2022 rang Panama in Toronto mit 1:0 (0:0) nieder und hält sich damit die Chance auf den Einzug in die nächste WM-Phase offen. Im letzten Gruppenspiel gegen Ghana hat Kroatien das Weiterkommen nun selbst in der Hand.

Vor 43.036 Zuschauern erzielte der zur Pause eingewechselte Ante Budimir in der 54. Minute den entscheidenden Treffer. Kroatien steht damit bei drei Punkten, Ghana bei vier. Für Panama ist nach der zweiten Niederlage dagegen bereits Schluss. Das abschließende Spiel gegen England hat für die Mittelamerikaner keine sportliche Bedeutung mehr.

Modric im Mittelpunkt der Feierlichkeiten

Nach dem Schlusspfiff wurde es emotional. Modric zeigte mit einem verlegenen Lächeln ein eigens angefertigtes Kroatien-Trikot mit der Zahl 200, ehe ihn seine Mitspieler packten und in die Luft warfen. Tausende kroatische Fans skandierten im Stadion immer wieder: „Luka, Luka.“ Dazu trugen seine Teamkollegen schwarze Shirts mit einem Bild des Kapitäns und der Aufschrift „Infinite Legacy“.

Der 40-Jährige, der im September 41 wird und bereits seine fünfte WM spielt, gehört nun zu einem exklusiven Kreis von nur fünf Fußballern mit 200 Länderspielen. Nationaltrainer Zlatko Dalic würdigte den Jubilar besonders deutlich: Modric sei kein Mensch, der große Ehrungen suche, sagte der Coach, dennoch sei es schön gewesen, ihn zu feiern und ihm den Sieg zu schenken. Für Dalic steht fest, dass Modric als bester kroatischer Spieler in die Geschichte eingehen wird.

Auch TV-Experte Mats Hummels zeigte sich beeindruckt und lobte vor allem die außergewöhnliche Qualität und Konstanz des Mittelfeldregisseurs über so viele Jahre hinweg.

Kroatien lange ohne Ideen

Sportlich war es zunächst ein zäher Abend. Schon nach etwas mehr als einer Minute hatte Modric per Kopf die erste gute Szene, setzte den Ball im Strafraum aber über das Tor. Danach neutralisierten sich beide Teams über weite Strecken. Klare Torchancen blieben selten, Kroatien tat sich im Spiel nach vorn lange schwer.

Panama versteckte sich keineswegs und wirkte phasenweise sogar gefährlicher. Im letzten Drittel fehlte dem Außenseiter jedoch die letzte Präzision. Modric, der nach dem 2:4 gegen England in der Heimat kritisch gesehen worden war, zeigte sich zwar aktiver als zum Auftakt, konnte dem Spiel aber nur selten seinen Stempel aufdrücken.

Panama zunächst gefährlicher

Die beste Möglichkeit vor der ersten Trinkpause hatte sogar Panama. Jose Luis Rodriguez köpfte an die Latte, wobei ein möglicher Treffer wegen eines zuvor knapp im Aus befindlichen Balls ohnehin nicht gezählt hätte.

Auch danach blieb Panama in manchen Szenen gefährlicher. Mit etwas mehr Konsequenz wäre sogar eine Führung möglich gewesen. Kroatien leistete sich viele Ungenauigkeiten und blieb offensiv lange erstaunlich harmlos.

Budimir erlöst den Favoriten

Nach dem Seitenwechsel reagierte Kroatien personell und brachte unter anderem Andrej Kramaric sowie Budimir. Der Wechsel zahlte sich sofort aus: Nach einer flachen Hereingabe von Bayern-Profi Josip Stanisic stand Budimir in der 54. Minute richtig und schob zum 1:0 ein.

Wenig später hätte Marco Pasalic erhöhen können. Nach einem feinen Pass von Modric lief er allein auf Panamas Tor zu, scheiterte jedoch an Keeper Orlando Mosquera. Den Nachschuss setzte er aus spitzem Winkel über die Latte.

Budimir rückte nach dem Spiel dennoch nicht sich selbst, sondern den Kapitän in den Mittelpunkt. Er sagte, die Mannschaft sei sehr glücklich, dass Modric diesen besonderen Tag mit einem wichtigen Sieg krönen konnte.

Livakovic sichert den Sieg

Fast hätte sich die vergebene Großchance noch gerächt. Panama gab sich nicht geschlagen und kam in der Schlussphase zu mehreren guten Möglichkeiten. Kroatiens Torhüter Dominik Livakovic hielt seine Mannschaft mit starken Paraden im Spiel und verhinderte den Ausgleich.

So blieb es beim knappen, aber enorm wichtigen Erfolg für Kroatien. Modric sprach anschließend von einem hart erkämpften, letztlich aber verdienten Sieg. Zugleich räumte er ein, dass seine Mannschaft etwas verkrampft wirke und diesen Erfolg dringend gebraucht habe. Er zeigte sich überzeugt, dass die drei Punkte dem Team nun Selbstvertrauen geben und Kroatien im Verlauf des Turniers besser werden lassen.

Modric noch nicht in Topform – aber weiter die große Figur

Vom früheren Glanz des Regisseurs, der am 1. März 2006 gegen Argentinien sein Debüt für Kroatien gefeiert hatte, ist bei dieser WM bislang noch nicht allzu viel zu sehen. Rund zehn Minuten vor dem Ende wurde er ausgewechselt und von den kroatischen Anhängern erneut mit lauten „Luka, Luka“-Rufen verabschiedet.

An seiner Bedeutung für das Team ändert das nichts. Marin Pongracic nannte ihn den Kapitän, Anführer und die größte Legende des kroatischen Fußballs. Zugleich hob der Abwehrspieler hervor, wie bescheiden Modric sei und welche Mentalität er vorlebe. Auch Budimir schwärmte vom Kapitän und betonte, wie dankbar die Mannschaft sei, einen Spieler und Menschen wie ihn in ihren Reihen zu haben.

Am Ende stand für Modric damit ein Jubiläumsabend, der sportlich nicht glanzvoll war, emotional aber umso größer ausfiel.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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