Fußball

WM-Nacht: Irans spätes Drama rettet Punkt

Iran kämpft sich zweimal zurück – vor dem Anpfiff brodelt der Protest. Und Uruguay wankt: nur spätes Remis gegen Saudi-Arabien.

16.06.2026, 05:10 Uhr

Die iranische Nationalmannschaft hat in ihrem ersten, politisch hochsensiblen WM-Auftritt zumindest eine Niederlage verhindert. Gegen Neuseeland erkämpfte sich das Team nach zwei Rückständen ein 2:2 (1:1). Die Begegnung erhielt auch wegen des bevorstehenden Rahmenabkommens im Krieg der USA gegen den Iran besondere Aufmerksamkeit.

Rund um das Stadion in Inglewood prägten Fahnen mit starker Symbolkraft und verschiedene Protestaktionen das Bild. Auf einem Plakat stand etwa: „Die Fußballmannschaft der terroristischen Islamischen Republik vertritt nicht die Menschen im Iran.“ Viele Zuschauer zeigten zudem alte iranische Flaggen aus der Zeit vor der Islamischen Revolution, die inzwischen als Zeichen des Widerstands gelten.

Weitere wichtige Themen der Nacht

Uruguay kommt gegen Saudi-Arabien nicht über ein 1:1 hinaus

Nach Spanien ist auch Uruguay als zweiter Mitfavorit der Gruppe H mit Problemen ins Turnier gestartet. Der zweimalige Weltmeister musste sich in Miami im ersten Gruppenspiel gegen Saudi-Arabien mit einem 1:1 (0:1) begnügen. Nach der schwachen ersten Halbzeit dürfte die Kritik an Trainer Marcelo Bielsa weiter zunehmen.

Maxi Araujo sicherte Uruguay in der 80. Minute mit seinem Treffer wenigstens einen Punkt. Nach der Pause hatte „La Celeste“ deutlich mehr Druck entwickelt. Zuvor hatte Abdulelah Al-Amri Saudi-Arabien in der 41. Minute in Führung gebracht und damit Erinnerungen an den sensationellen Sieg gegen den späteren Weltmeister Argentinien bei der WM 2022 geweckt.

Keine Strafe für Videoschiedsrichter nach diskutierter Geste

Die viel beachtete Handbewegung des australischen Schiedsrichters Shaun Evans bleibt ohne Folgen durch die FIFA. Wie der Weltverband auf Anfrage mitteilte, habe das unabhängige Disziplinarkomitee den Vorfall geprüft und keinen Nachweis für einen Verstoß gegen den Disziplinarcode gefunden.

WM 2026 - Saudi-Arabien - Uruguay
Maxi Araujo rettete Uruguay einen Punkt gegen Saudi-Arabien. Quelle: Lynne Sladky/AP/dpa

Evans selbst hatte zuvor bestritten, mit der Geste während der TV-Übertragung des WM-Spiels Deutschland gegen Curaçao (7:1) absichtlich ein Signal gesetzt zu haben. In einer FIFA-Mitteilung wurde er mit den Worten zitiert, er habe weder bewusst ein Handzeichen noch ein Symbol verwendet, um irgendeine Botschaft, Zugehörigkeit, ein Spiel oder eine Überzeugung auszudrücken.

Senegals Trainer sieht Afrikas starke WM-Auftritte nicht als Überraschung

Für Senegals Coach Pape Thiaw sind die bislang überzeugenden Resultate afrikanischer Teams in der Gruppenphase keine Überraschung. Angesprochen auf die bisherigen Auftaktspiele sagte der 45-Jährige vor der heutigen Partie gegen Frankreich: „Für Sie mag es überraschend sein, für mich ist es das nicht.“

Thiaw betonte, der afrikanische Fußball habe sich stark entwickelt. Schon der Halbfinaleinzug Marokkos bei der WM 2022 in Katar habe das gezeigt. Inzwischen seien noch mehr Mannschaften aus Afrika im Turnier vertreten. Auch beim Afrika-Cup im vergangenen Winter sei deutlich geworden, dass das Niveau inzwischen sehr hoch sei.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion

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