TSV 1860 startet mit vielen Fragezeichen in die Vorbereitung
Trotz völlig offener Zukunft ist der TSV 1860 München in die Sommervorbereitung eingestiegen. Vor rund 350 Fans absolvierte die Mannschaft an der Grünwalder Straße ihre erste Einheit nach dem Zwangsabstieg in die Regionalliga. Auf dem Platz standen 24 Feldspieler und drei Torhüter, darunter vor allem zahlreiche Talente aus dem Nachwuchs. Aus dem Profiaufgebot der vergangenen Saison waren lediglich Samuel Althaus, Loris Husic, Emre Erdogan und Lasse Fassmann dabei. Nicht zu sehen waren Akteure ohne gültigen Vertrag für die vierte Liga, darunter auch prominente Namen wie Kevin Volland und Florian Niederlechner.
Für Aufmerksamkeit sorgte dennoch ein Spieler mit bekanntem Familiennamen: Mathew Collins, 21 Jahre alt, Sohn von Rocklegende Phil Collins und Halbbruder von Schauspielerin und Model Lily Collins, trainiert aktuell auf Probe bei den Münchnern. Der Schweizer soll sich zunächst in mehreren Probetrainings für ein mögliches Engagement empfehlen.
Fans begrüßen stark ausgedünnten Kader
Beim Gang auf den Trainingsplatz wurden die Spieler von den Anhängern mit einem Spalier empfangen. Dazu gab es Sprechchöre wie „Einmal Löwe, immer Löwe“ und „Sechzig, Sechzig“. Angeleitet wurde die Einheit vorerst von U21-Trainer Alper Kayabunar und seinem Team. Ob Cheftrainer Markus Kauczinski weitermacht, ist weiterhin offen. Kayabunar hatte die Mannschaft bereits in der abgelaufenen Drittligasaison in zwei Partien betreut.
Auch die grundsätzliche sportliche Zukunft des Vereins bleibt ungeklärt. Nachdem Investor Hasan Ismaik im Juni ein Darlehen gekündigt hatte, konnten die „Löwen“ die wirtschaftlichen Bedingungen für die 3. Liga nicht mehr erfüllen. Die Folge war erneut der Absturz in die nächsttiefere Spielklasse – ähnlich wie schon 2017. Der bei vielen Fans umstrittene Geldgeber aus Jordanien will dagegen jedoch vorgehen, wie sein neuer Anwalt Peter Gauweiler zuletzt angekündigt hatte. Nach Informationen der „Bild“ wird Ismaik an diesem Dienstag in München erwartet.
Keine neuen Aussagen zur drohenden Insolvenz
Der Spielbetriebsgesellschaft, an der sowohl Ismaik als auch der Stammverein beteiligt sind und in der bislang das Profigeschäft gebündelt war, droht weiterhin die Insolvenz. Beobachter vermuten, dass sich der Club auf diesem Weg vom Investor trennen möchte. Neue Entwicklungen im Rechtsstreit wurden zum Auftakt der Vorbereitung aber nicht bekannt. Geschäftsführer Manfred Paula verfolgte das Training zwar vor Ort, äußerte sich zur aktuellen Lage jedoch nicht.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion