Uruguay ist nach Spanien als zweiter Favorit der Gruppe H mit einem Dämpfer in die Fußball-WM gestartet. Der zweimalige Weltmeister kam in seinem Auftaktspiel in Miami gegen Saudi-Arabien nicht über ein 1:1 (0:1) hinaus.
Maxi Araujo rettete der nach der Pause drückend überlegenen "La Celeste" mit seinem Treffer in der 80. Minute immerhin noch einen Punkt. Der Druck auf Nationaltrainer Marcelo Bielsa dürfte dennoch wachsen, weil Uruguay vor allem im ersten Durchgang vieles vermissen ließ.
Bielsa kritisiert die erste Hälfte deutlich
"Heute hätten wir gewinnen müssen, wir haben es nicht gemacht", sagte Bielsa nach der Partie. Vor allem mit den ersten 45 Minuten war der Argentinier unzufrieden: "In der ersten Halbzeit hat die Mannschaft nicht mit Tempo gespielt, keine Fehler provoziert, keine Tiefe gehabt."
Aus der schwachen Chancenverwertung nach dem Seitenwechsel wollte der 70-Jährige seinem Team dagegen keinen großen Vorwurf machen. "Das ist Teil des Spiels", sagte Bielsa.
Saudi-Arabien war durch Abdulelah Al-Amri in der 41. Minute in Führung gegangen und durfte damit zwischenzeitlich auf die nächste Überraschung hoffen – ähnlich wie beim Coup gegen den späteren Weltmeister Argentinien bei der WM 2022. Nach dem Remis bleibt für die Mannschaft des griechischen Trainers Georgios Donis nach dem ersten Spieltag weiter alles offen. Zuvor hatte Spanien gegen Außenseiter Kap Verde nur 0:0 gespielt.
Valverde kaum eingebunden, Nunez noch blasser
Bielsa hatte sich für Fede Valverde eine besondere Rolle überlegt: Der Profi von Real Madrid sollte über die rechte Mittelfeldseite offensive Impulse setzen. Weil er dort aber nur selten ins Spiel kam, zog es ihn früh immer wieder ins Zentrum.
Noch unauffälliger blieb Darwin Nunez. Der frühere Liverpool-Stürmer, der inzwischen beim saudischen Club Al-Hilal spielt, hatte zunächst noch weniger Ballkontakte. Insgesamt entwickelte sich anfangs eine zähe Partie, bei rund 30 Grad schienen beide Teams ihre Kräfte bewusst einzuteilen.
Muslera erst stark, dann mit entscheidendem Patzer
Die Saudis um Schlüsselspieler Salem Al-Dawsari nutzten ihre erste stärkere Phase kurz vor der Pause konsequent. Uruguays Torwart Fernando Muslera, der seine fünfte WM bestreitet, hatte gegen Al-Amri in der 37. Minute zunächst noch glänzend reagiert.
Wenig später unterlief ihm dann jedoch ein Fehler: Einen aufspringenden Kopfball konnte er nur nach vorne abwehren, Al-Amri schaltete am schnellsten und stocherte den Ball ins Netz. Auf der Gegenseite hatte Saudi-Keeper Mohammed Al-Owais schon zuvor mit einer starken Parade bei einem Flugkopfball von Federico Vinas seine Klasse gezeigt.
Zur Halbzeit reagierte Bielsa mit einem Doppelwechsel, Vinas und Nunez blieben in der Kabine. Danach erhöhte Uruguay den Druck deutlich. Manuel Ugarte traf nach rund einer Stunde nur den Pfosten. Saudi-Arabien kam gegen den Dauerdruck kaum noch in die gegnerische Hälfte. Der Ausgleich durch Araujo war deshalb fast zwangsläufig.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion