Fußball

WM-Hoffnung lebt: Neuer steht wieder im Tor

Neuer meldet sich rechtzeitig zurück – noch nur im Training. Doch steht sein DFB-Comeback zur WM schon kurz bevor?

01.06.2026, 11:24 Uhr

Neuer setzt vor USA-Reise ein starkes Zeichen

Manuel Neuer hat der deutschen Nationalmannschaft kurz vor dem Abflug in die USA ein wichtiges positives Signal gegeben. Einen Tag nach dem 4:0 im vorletzten WM-Test gegen Finnland absolvierte der Rekordtorhüter beim Abschiedsevent auf dem DFB-Campus in Frankfurt vor rund 800 Fans und Verbandsmitarbeitern intensive Laufeinheiten sowie spezielle Torwartübungen.

Der 40-Jährige hatte sich am 16. Mai im letzten Bundesligaspiel des FC Bayern gegen den 1. FC Köln eine Verhärtung in der Wade zugezogen. Deshalb verpasste er sowohl das Pokalfinale gegen den VfB Stuttgart als auch den Test gegen Finnland in Mainz. Nach den jüngsten Fortschritten wirkt die problematische linke Wade nun aber wieder belastbar.

Vieles spricht damit weiter dafür, dass Neuer am Samstag in Chicago in der WM-Generalprobe gegen die USA ins DFB-Tor zurückkehren könnte. Der Tross des Deutschen Fußball-Bundes hebt am Dienstagmittag in Richtung USA ab, wo der letzte Feinschliff für das Turnier erfolgen soll.

Nagelsmann mahnt zur Ruhe trotz Aufbruchsstimmung

Nach dem überzeugenden Auftritt gegen Finnland will Bundestrainer Julian Nagelsmann die Erwartungen dennoch bewusst dämpfen. Man wolle "step by step" gehen, sagte der 38-Jährige nach dem Spiel in Mainz. Über das große Ziel werde intern gesprochen, öffentlich aber nicht zu früh.

Die gute Stimmung im Lager wurde auf dem DFB-Campus trotzdem deutlich. Während die Stammkräfte des Vorabends um Deniz Undav, Florian Wirtz, Jamal Musiala und Startelf-Debütant Lennart Karl Autogramme gaben und Selfies machten, bestritten die Reservisten ein Trainingsspiel gegen eine zweite finnische Auswahl.

Zäher Reservisten-Test endet 1:0

Im internen Vergleich über zweimal 25 Minuten tat sich die deutsche B-Auswahl lange schwer. Am Ende sprang ein spätes 1:0 heraus, begünstigt durch ein Eigentor von Doni Arifi, der im Vereinsfußball für Greuther Fürth spielt. Waldemar Anton hatte zuvor mit einem Pfostentreffer Pech.

Mit dabei waren unter anderem Antonio Rüdiger, Leon Goretzka, Nick Woltemade und Leroy Sané. Der Auftritt war deutlich weniger spektakulär als der 4:0-Erfolg am Vorabend, änderte aber nichts am insgesamt positiven Eindruck der Vorbereitung.

Offensive macht Hoffnung auf starken WM-Start

Nagelsmann sieht vor dem Turnier keine "großen Baustellen". Vor allem die Offensive mit Undav, Wirtz, Musiala und dem unbekümmerten Youngster Karl machte zuletzt Lust auf mehr. Gegen Finnland traf Undav doppelt und bereitete zudem einen Treffer vor. Mit nun sechs Toren in acht Länderspielen hat sich der Stuttgarter klar in den Vordergrund gespielt.

Der Bundestrainer lobte die Spielfreude seiner Offensivreihe ausdrücklich. Deutschland habe die Qualität, immer Tore erzielen zu können, betonte Nagelsmann. Das macht Hoffnung für den WM-Auftakt gegen Curaçao am 14. Juni in Houston.

Havertz stößt in Chicago dazu

Zusätzlichen Schub soll in den USA auch Kai Havertz geben. Der 26-Jährige wird erst in Chicago zur Mannschaft stoßen. Nach dem verpassten Champions-League-Titel mit dem FC Arsenal müsse man ihn zwar etwas aufbauen, sagte Nagelsmann, zeigte sich aber zuversichtlich: "Das kriegen wir hin."

Die Startelf für die WM nimmt damit immer klarere Formen an. Neuer bleibt im Plan, Havertz soll schnell integriert werden, und auch im Mittelfeld haben sich Aleksandar Pavlovic und Felix Nmecha mit ordentlichen Leistungen empfohlen.

Acht Siege in Serie sorgen für Selbstvertrauen

Seit dem 0:2 gegen die Slowakei vor neun Monaten hat die DFB-Auswahl acht Spiele nacheinander gewonnen. Diese Serie sorgt ebenso für Selbstvertrauen wie die gelungene Mischung aus erfahrenen Kräften und jungen, unbeschwerten Spielern.

Neben Senior Neuer gehört auch der erst 18 Jahre alte Lennart Karl zum 26-Mann-Kader, der in sieben Wochen im Idealfall als fünfmaliger Weltmeister nach Deutschland zurückkehren will. Kapitän Joshua Kimmich blickt der Generalprobe gegen die USA jedenfalls optimistisch entgegen: Wenn Deutschland dort an die jüngsten Auftritte anknüpfe, sei das Team gut vorbereitet.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion

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