Auf dem Rasen flogen zuletzt Beleidigungen und giftige Blicke: Der Streit zwischen Federico Valverde und Aurélien Tchouaméni ist bei Real Madrid nur das jüngste Zeichen für die angespannte Lage im Klub. Das Sportblatt Mundo Deportivo schrieb bereits, bei den Königlichen stehe alles in Flammen – und das unmittelbar vor dem Clásico gegen den wohl künftigen Meister FC Barcelona.
Vier Spieltage vor Saisonende beträgt der Rückstand auf Barça elf Punkte, die Titelhoffnung ist damit praktisch nur noch rechnerischer Natur. Dennoch steht für Real am Sonntag um 21.00 Uhr (DAZN) enorm viel auf dem Spiel. Der große Rivale aus Katalonien könnte sich im Camp Nou unter Trainer Hansi Flick den zweiten Meistertitel nacheinander sichern – ausgerechnet gegen Madrid, das dann als Statist einer möglichen Feier herhalten müsste.
Mbappés Kurztrip sorgt für Unmut
Nach zwei Spielzeiten ohne Trophäe scheinen bei Spaniens Rekordmeister die Nerven blank zu liegen. Im Fokus der Unruhe steht inzwischen Kylian Mbappé. Ob der Franzose wegen seiner Verletzung im Clásico überhaupt spielen kann, ist offen. Für zusätzlichen Ärger sorgte zuletzt ein kurzer Sardinien-Trip während seiner Reha, den er gemeinsam mit Schauspielerin Ester Expósito unternommen haben soll.
Auch innerhalb des Teams soll die Stimmung schwierig sein. Berichten zufolge ist das Verhältnis Mbappés – ebenso wie das anderer Franzosen im Kader, darunter Tchouaméni, Eduardo Camavinga und Ferland Mendy – zu Teilen der Mannschaft stark belastet. In den Medien wird zudem immer wieder darauf verwiesen, dass Vinícius Júnior besonders dann aufblühe, wenn Mbappé fehle. Viele Fans vertreten inzwischen trotz Mbappés bislang 41 Saisontoren die Ansicht, dass Real ohne ihn besser funktioniere.
Als Argument führen einige Anhänger an, dass Paris Saint-Germain nach Mbappés Abschied vor zwei Jahren erstmals die Champions League gewann und nun erneut das Finale der Königsklasse erreicht hat, diesmal gegen den FC Bayern München. Im Netz kursiert zudem die Kampagne „Mbappé Out“, wobei unklar ist, wie aussagekräftig die dort abgegebenen Stimmen wegen möglicher Mehrfachabstimmungen tatsächlich sind.
Kommt Mourinho zurück?
Im Hintergrund soll derweil die Suche nach einem neuen Trainer als Nachfolger von Álvaro Arbeloa an Fahrt gewinnen. Mehrere Medien berichten übereinstimmend, dass Präsident Florentino Pérez seinem langjährigen Vertrauten José Mourinho per Video bereits ein erstes Angebot gemacht habe.
Der Portugiese, der derzeit Benfica Lissabon trainiert, soll eine Rückkehr nach Madrid grundsätzlich nicht ausgeschlossen haben. Für ein zweites Engagement nach seiner ersten Amtszeit von 2010 bis 2013 habe er allerdings Bedingungen gestellt. Demnach wolle Mourinho bei Personalfragen freie Hand haben, berichteten unter anderem AS und weitere spanische Medien. Mourinho selbst betonte jedoch noch in der vergangenen Woche: „Niemand von Real Madrid hat mit mir gesprochen, das kann ich garantieren.“
Zuvor war bereits Xabi Alonso, der Vorgänger von Arbeloa, nach einem offenen Konflikt mit Vinícius und Spannungen mit weiteren Spielern wie Valverde gescheitert.
Viele große Namen im Gespräch
Neben Mourinho kursieren noch weitere prominente Namen. Genannt werden unter anderem Frankreichs Nationaltrainer Didier Deschamps, US-Coach Mauricio Pochettino und auch Jürgen Klopp. Der heutige Fußballchef von Red Bull hatte Spekulationen über eine Rückkehr auf die Trainerbank Ende März allerdings deutlich zurückgewiesen – egal ob als Bundestrainer, bei Real Madrid oder bei einem anderen Klub. Solche Berichte hätten, so Klopp, „immer die gleichen Deppen“ verbreitet.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion