Nach dem Zerwürfnis mit Investor Hasan Ismaik und angesichts der Insolvenzprobleme bei der Spielbetriebsgesellschaft hat der TSV 1860 München seine Fans zu Zusammenhalt und Zuversicht aufgerufen. Auf der Vereinswebsite erklärte der Club, dass die kommende Zeit schwierig werde, nun aber der Blick nach vorn gerichtet sein müsse. Die Anhänger wurden aufgefordert, den eingeschlagenen Weg mitzutragen, Optimismus auszustrahlen, den Verein sichtbar zu unterstützen, Mitglied zu werden und weitere Menschen für die Gemeinschaft der Löwen zu gewinnen.
Zwangsabstieg nach Kündigung des Darlehens
Auslöser der aktuellen Entwicklung ist die Kündigung eines Darlehens durch Ismaik. Dadurch konnte der Traditionsclub die wirtschaftlichen Voraussetzungen für den Verbleib in der 3. Liga nicht mehr erfüllen. Die Konsequenz ist der Abstieg in die Regionalliga. Zudem beendete der Mutterverein den seit 2011 bestehenden Kooperationsvertrag mit dem Jordanier, der zuletzt Mehrheitsanteile an der Gesellschaft hielt, die den Profifußball verantwortete.
Hoffnung auf einen Neuanfang
Das Spielrecht beim Bayerischen Fußball-Verband liegt weiterhin beim Verein. Auf der Mitgliederversammlung am vergangenen Wochenende wurde deshalb eine neue Spielbetriebsgesellschaft ins Leben gerufen. Bis zum Start der Regionalliga Ende Juli soll nun ein schlagkräftiger Kader samt funktionierender Organisation aufgebaut werden.
Der TSV 1860 betonte, man arbeite mit aller Kraft daran, den Club auf eine solide wirtschaftliche Basis zu stellen und eine dauerhafte sowie erfolgreiche Zukunft zu sichern. Jeder gemeinsame Schritt stärke den Verein langfristig.
Juristische Folgen noch offen
Welche rechtlichen Konsequenzen die jüngsten Vorgänge nach sich ziehen, ist derzeit noch unklar. Das betrifft sowohl die Darlehenskündigung durch Ismaik als auch das Ende des Kooperationsvertrags und die Gründung der neuen Gesellschaft. Ismaik hatte bereits angekündigt, die Vorgänge vollständig und transparent juristisch prüfen zu lassen. Im Umfeld des Vereins wächst daher die Sorge, dass der frühere Geldgeber mit Klagen oder einstweiligen Verfügungen den Neustart der Münchner behindern könnte.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber