Tesla will Werk in Grünheide weiter ausbauen
Tesla plant, die Fertigung in seinem Werk in Grünheide erneut zu erhöhen und dafür weitere 1.000 Beschäftigte einzustellen. Wie das Unternehmen mitteilte, soll ab Oktober die Produktion noch einmal um 20 Prozent steigen – auf dann 7.500 Fahrzeuge pro Woche. Diese Pläne seien auf einer Betriebsversammlung von der Geschäftsleitung vorgestellt worden. Zusammen mit dem geplanten Ausbau der Batteriezellfertigung sollen insgesamt 3.500 neue Arbeitsplätze entstehen. Zuletzt arbeiteten 10.700 Menschen am Standort Grünheide.
Produktionsziel erneut angehoben
Bereits im April hatte Tesla angekündigt, bis Ende Juni rund 1.000 neue Stellen in seinem einzigen europäischen Autowerk zu schaffen. Schon ab Juli soll die Wochenproduktion laut Unternehmen um ein Fünftel auf 6.200 Fahrzeuge wachsen.
Nach Angaben einer Unternehmenssprecherin zieht sich die Besetzung der ersten zusätzlichen 1.000 Stellen noch durch den Juli. Etwa 700 neue Mitarbeiter seien bereits eingestellt worden. Vor mehr als zwei Jahren arbeiteten rund 12.400 Menschen bei Tesla in Grünheide, danach sank die Zahl bis in dieses Jahr auf 10.700. Mit den nun angekündigten Neueinstellungen würde die Beschäftigtenzahl in der Autoproduktion auf 12.700 steigen.
Auch Batteriezellfertigung soll wachsen
Zusätzlich plant Tesla, in Grünheide mehr als 1.500 weitere Arbeitsplätze für die Batteriezellproduktion zu schaffen. Nach bisherigem Stand will der Konzern dafür knapp 250 Millionen US-Dollar investieren, was etwa 220 Millionen Euro entspricht. Ziel ist es, die Voraussetzungen für eine Jahreskapazität von 18 Gigawattstunden Batteriezellen zu schaffen.
Auch in diesem Bereich laufe die Personalsuche bereits auf Hochtouren, erklärte die Sprecherin. Besonders gefragt seien qualifizierte Fachkräfte, weshalb die Besetzung der Stellen schwieriger sei.
Tesla teilte mit, dass zusammen mit den 1.500 neuen Jobs in der Batteriezellfertigung insgesamt 3.500 zusätzliche Arbeitsplätze in der Fahrzeug- und Batterieproduktion der Gigafactory Berlin-Brandenburg kurz- und mittelfristig entstehen sollen. Darüber hinaus könnten im Laufe des Jahres rund 500 Leiharbeitskräfte übernommen werden. Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) bezeichnete das Werk als Jobmotor und sprach von einer Erfolgsgeschichte für das Land.
Erholung beim Absatz
Nach dem Rückgang im vergangenen Jahr scheint sich Tesla beim Verkauf wieder gefangen zu haben. Im Mai wurden in Deutschland 5.111 Fahrzeuge des Herstellers neu zugelassen. Nach Zahlen des Kraftfahrt-Bundesamts entspricht das einem Zuwachs von 322 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. Der Marktanteil lag damit bei 2,1 Prozent. Der Aufschwung bei der Nachfrage macht sich in der Branche unterschiedlich bemerkbar, bei Tesla als reinem Elektroautoanbieter aber besonders deutlich.
Mit der geplanten Einstellungsoffensive könnten auch die Ausbaupläne für den Standort Grünheide inklusive neuer Gebäude wieder greifbarer werden. Diese Vorhaben lagen bislang gewissermaßen in Warteposition. Die Gigafactory Berlin-Brandenburg war 2022 eröffnet worden. In einer ersten Stufe hatte Tesla eine Jahresproduktion von 500.000 Fahrzeugen angepeilt. Langfristig sollte diese Kapazität durch einen Ausbau auf eine Million Autos pro Jahr verdoppelt werden. Bei 7.500 Fahrzeugen pro Woche ergäbe sich rechnerisch derzeit eine Jahresproduktion von rund 375.000 Autos.
Umweltschützer äußern weiter Bedenken gegen einen Ausbau des Werks, weil Teile der Fabrik in einem Wasserschutzgebiet liegen.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber